"Selten war es so spannend wie 2008": US- Wahljahr wird bei Iowa-Vorwahlen eröffnet!
- Kopf-an-Kopf-Rennen bei Demokraten wird erwartet
- Clinton, Obama und Edwards liegen beinahe gleichauf

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Hochspannung zum Auftakt des US- Präsidentenwahlkampfes: Bei den ersten parteiinternen Abstimmungen an diesem Donnerstag im Bundesstaat Iowa deutet sich bei Demokraten wie Republikanern ein äußerst knappes Rennen an. Zwar sieht eine Umfrage bei den Demokraten den schwarzen Senator Barack Obama (46) mit sieben Prozentpunkten vor der Senatorin und Ex-First-Lady Hillary Clinton und Ex-Senator John Edwards (54), doch andere Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus. Auch bei den Republikanern liegen die beiden Ex-Gouverneure Mitt Romney (60) und Mike Huckabee (52) nach Umfragen nur um einige Prozentpunkte auseinander.
Die Abstimmung im vergleichsweise kleinen und ansonsten politisch wenig einflussreichen Agrarstaat Iowa läutet traditionell das Wahljahr in den USA ein. Offiziell werden die Kandidaten erst bei den Parteitagen Ende August/Anfang September gekürt. Die Präsidentenwahl selbst ist am 4. November. Präsident George W. Bush muss laut US-Verfassung nach acht Jahren aus dem Weißen Haus ausziehen.
"Super-Dienstag" im Februar
Clinton machte bereits deutlich, dass sie nicht aufgeben werde, auch wenn sie in Iowa geschlagen werden sollte. "Ich glaube, es ist erst am 5. Februar vorbei", sagte sie nach Angaben der Zeitung "USA Today". Am 5. Februar, dem "Super Dienstag", gibt es in zahlreichen Staaten Vorwahlen, darunter in den wichtigen und bevölkerungsreichen Bundesstaaten Kalifornien und Arizona.
Noch vor Wochen lag Frau Clinton in Iowa klar an der Spitze, ihr Vorsprung ist aber zusammengeschmolzen. Umfragen zufolge läge sie bei den landesweiten Wahlen aber vorn. Falls sie als Kandidatin nominiert wird, hätte sie Chancen, als erste Frau der Geschichte ins Weiße Haus einzuziehen; Obama könnte erster schwarzer US-Präsident werden.
Häufig öffentliche Abstimmungen
Die Wahlversammlungen in Iowa, auch "Caucus" genannt, gelten als ein Stück Basisdemokratie in den USA. Dabei kommen die Parteimitglieder in über 1700 Versammlungslokalen zusammen - in Schulen und Kirchen, aber auch in Restaurants und Privatwohnungen. Häufig stimmen sie über die Kandidaten öffentlich ab.
Die Abstimmung gilt als erster Test und Stimmungsbarometer. Nicht zuletzt können die Gewinner auf weitere Wahlkampfspenden hoffen. "Wer gewinnt, bei dem fließt das Geld", sagte der republikanische Bewerber, Senator John McCain (54). Experten sprechen bereits jetzt vom teuersten Wahlkampf der Geschichte: Allein Clinton und Obama haben nach Angaben der "Washington Post" bisher jeweils 100 Millionen Dollar (69 Millionen Euro) an Wahlkampfspenden gesammelt. Das Magazin "Forbes" schätzt die Gesamtausgaben bis zum Urnengang auf drei Milliarden Dollar (über zwei Milliarden Euro).
Als Überraschung gilt: Zwar ist das Thema Irakkrieg präsent, doch das dominierende Thema ist es in Iowa nicht. Als die brennenden Fragen gelten vielmehr die steigende Furcht vor einer Rezession, die chronischen Probleme im US-Gesundheitswesen sowie die illegale Einwanderung.
(apa/red)
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