Wiener Polizeipräsident Pürstl hat viel vor:
Möchte Image der Exekutive verbessern
- NEWS: Welche Skandale sein neues Amt belasten
- PLUS: Der neue Chef spricht über "Aufräumpläne"
·NEWS: Pürstl über seine "Aufräumpläne"
Neuer Polizeipräsident will
alle Skandale aufklären
·Neubesetzungen bei der Wiener Polizei
Pürstl in Amt des Polizei-
präsidenten geführt
·Asyl: Polizeibeamte im Ausland erfolgreich
Mehr als 3.000 illegale Einreisen verhindert
Gerhard Pürstl ist die Antithese des am 31. Dezember mit wenig Lorbeeren in den Ruhestand geschickten Wiener Polizeipräsidenten Stiedl, und er hat viel zu tun in seinem neuen Amt:
* Nach dem von ihm selbst - noch in seiner Funktion als Leiter des Rechtsbüros - verfertigten Prüfbericht über die fragwürdigen Ermittlungsmethoden durch General Horngacher und seinen "Soldaten" Roland Frühwirth gegen Hofrat Ernst Geiger ist das Image der Wiener Polizei im Keller.
* Hinzu kommt, dass einer der Hauptgeschädigten der leidigen Causa, der Ex-Saunabetreiber Wolfgang Bogner, nach seinem Freispruch vor Gericht nun Strafanzeige gegen vier ermittelnde Polizeibeamte eingebracht hat. Namentlich neben Frühwirth und Horngacher auch gegen den Gruppenleiter Albert Lager und seinen Kollegen Friedrich Haider. Alle wegen Amtsmissbrauchs, Fälschung von Beweismitteln und - im Fall von Horngacher und Frühwirth - auch wegen Anstiftung zu diesen Delikten.
* Fast schon vergessen die Causa der sogenannten "Sperrlisten" für Rotlichtlokale, die von polizeilichen Razzien großteils verschont blieben und im Gegenzug dafür - so vermuten Insider bis jetzt - mit manchen Fahndern in "freundschaftlichem Kontakt" standen.
* Die juristischen Folgen dieser Causen werden noch lange in Pürstls Amtszeit hineinwirken: 2008 kommt es zu einer Neuauflage des Prozesses gegen Hofrat Geiger, der nach neuer Ermittlungslage gute Chancen auf einen Freispruch hat. Auch das Verfahren gegen Horngacher geht in die zweite Instanz, im Falle von (weiteren) Schuldsprüchen droht dem Exgeneral sogar eine Haftstrafe.
Pürstl will alle diese Altlasten zur Seite schaffen und eine neue Imagekampagne für die Polizei schaffen: "Ich werde eine Tour de Force starten und dabei fast alle Wachzimmer besuchen."
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