Samstag, 5. Jänner 2008

Untersuchung der UNO gefordert: Witwer Bhuttos beschuldigt Pakistans Regierung

  • Ermittlungen der Behörden für ihn "unglaubwürdig"
  • Zardari: "Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen"

Der Witwer von Benazir Bhutto hat Mitglieder der pakistanischen Regierung für die Ermordung der Oppositionsführerin verantwortlich gemacht. Asif Ali Zardari sagte gegenüber der Zeitung "The Washington Post", die Ermittlungen der pakistanischen Behörden seien daher unglaubwürdig. Er forderte eine Untersuchung des Attentats durch die Vereinten Nationen.

Die "Freunde der Demokratie", besonders die USA und Großbritannien, müssten diese Forderung unterstützen. "Die Verantwortlichen innerhalb und außerhalb der Regierung müssen zur Rechenschaft gezogen werden."

Die pakistanische Regierung hat eine internationale Untersuchung abgelehnt, und auch Washington deutete an, dafür bestehe keine Notwendigkeit. Zuvor waren britische Anti-Terror- Experten in Pakistan eingetroffen, die die Ermittlungen unterstützen sollen. Die pakistanische Regierung macht die radikal-islamischen Taliban und das Terrornetzwerk Al-Kaida für den Mord an Bhutto verantwortlich.

Bei einem Einsatz der pakistanischen Armee gegen radikalislamische Extremisten sind mindestens sieben Zivilisten ums Leben gekommen. Nach pakistanischen Medienberichten geriet eine Wohngegend im seit Wochen umkämpften Swat-Tal im Norden des Landes irrtümlich unter Artilleriebeschuss. Fünf Häuser seien getroffen worden, berichtete der Nachrichtensender Aja.

(apa/red)

5.1.2008 10:59