Meinungsumschwung bei Musharraf: Staats- chef hält Bhutto-Kopfschuss für möglich
- Pakistans Staatschef räumt ein gezieltes Attentat ein
- Weg frei für Untersuchung durch Vereinte Nationen

·Musharraf räumt Bhutto-Kopfschuss ein
Pakistans Präsident hält auch Attentat für möglich
·Bhutto-Mord: Witwer beschuldigt Regierung
Fordert Untersuchung des Mordes durch die UNO
·Verschwörung rund um Ermordung Bhuttos
Pakistans Regierung nun
als Attentäter verdächtigt
·Bhutto-Anschlag hat Folgen auf USA-Politik
Besorgt über Chaos beim
Verbündeten Pakistan
Nun hat auch Pakistans Präsident Musharraf erstmals eingeräumt, dass die Oppositionsführerin Benazir Bhutto von einem Attentäter erschossen worden sein könnte. Auf die Frage, ob ein Schuss für Bhuttos Tod verantwortlich sein könnte, antwortete Musharraf: "Ja, absolut, ja. Eine Möglichkeit."
In einem Interview mit dem US-Sender CBS widersprach er den bisherigen Darstellungen seines Innenministeriums, nach denen Bhutto gegen ihr Autodach geschlagen und dabei tödlich verletzt worden sein soll.
Bhuttos Pakistanische Volkspartei PPP hatte bereits kurz nach dem Mordanschlag erklärt, die frühere Regierungschefin sei durch eine Kugel am Kopf getroffen worden. Erst anschließend habe sich der Attentäter in die Luft gesprengt. Bhutto hatte zum Zeitpunkt des Mordanschlages aus einem Schiebefenster im Dach des Wagens herausgeschaut.
Musharrafs Umschwung zeige nun, dass eine unabhängige Untersuchung von Bhuttos Tod durch die Vereinten Nationen notwendig sei, sagte ein Parteisprecher. Die PPP hatte dies bereits mehrmals zuvor gefordert.
Zuvor war ein Expertenteam von Scotland Yard auf Einladung von Präsident Musharraf in Pakistan eingetroffen. Die sechs Spezialisten der britischen Polizei hatten den Tatort in Rawalpindi bei Islamabad besucht. Sie wollten auch den Wagen, in dem Bhutto starb, untersuchen.
(apa/red)
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