Armee-Einsatz gegen Neapels Müllberge: 100.000 Tonnen Mist werden beseitigt
- Ministerpräsident Prodi will stinkendes Problem lösen
- Italienisches Kabinett soll jetzt Strategie entwickeln

·Zwei Verletzte bei Demos gegen Deponie
Neapel: Polizisten von Demonstranten attackiert
·Die "Müllkrise" in
Neapel spitzt sich zu
Bürger protestieren
gegen eine alte Deponie
·"Müllnotstand" in Neapel immer ärger!
Verärgerte Neapolitaner zündeten Abfallberge an
Drei Personen sind verletzt worden, nachdem die Polizei in einem Vorort von Neapel mit Gewalt gegen die seit Tagen andauernden Proteste wegen der Wiedereröffnung einer Mülldeponie vorgegangen ist. Die drei Verletzte wurden ins Spital eingeliefert, ihr Zustand ist nicht Besorgnis erregend. Bei der Räumung einer Straßensperre drängten die mit Knüppeln bewaffneten Sicherheitskräfte Dutzende von Demonstranten zurück. Die Anwohner wollen um jeden Preis die Wiedereröffnung einer 1996 stillgelegten Deponie verhindern, weil sie gesundheitliche Schäden fürchten.
Aus Protest gegen die seit Wochen andauernde Müllkrise in Neapel wurden in Zentrum von Neapel Müllsäcke auf die Straßen des Zentrums der Vesuvstadt geworfen. Damit wurde der Verkehr in der Innenstadt lahmgelegt. Aufgebrachte Bürger blockierten den Bahnhof des Vorortes Pozzuoli. Es entstanden erhebliche Probleme für die Bahnlinie Rom-Neapel. Mehrere Langstrecken-Züge mussten umgeleitet werden.
100.000 Tonnen Mist
In der Stadt Caserta begannen Armeeinheiten mit der Reinigung der Straßen vom Müll. So soll die drohende Schließung zahlreicher Schulen verhindert werden. Seit Jahresanfang sammelten sich den Angaben zufolge mehr als 100.000 Tonnen Unrat in der süditalienischen Region.
Mist als "Chefsache"
Die italienische Regierung hat intensiv nach Lösungen für die gesucht. Regierungschef Romano Prodi traf Verteidigungsminister Arturo Parisi, um eine Strategie zur Bewältigung der Müllkrise in Neapel zu diskutieren.
Parisi beteuerte seine volle Bereitschaft, mit dem Einsatz von Soldaten zur Bewältigung des Notstands im Großraum der Vesuvstadt beizutragen. Nach dem Treffen mit Parisi informierte Prodi Staatschef Giorgio Napolitano über die Entwicklung der Krise. Napolitano hatte sich in den vergangenen Tagen öfters über die Situation in seiner Heimatstadt besorgt gezeigt.
(apa/red)
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