Freitag, 4. Jänner 2008

Atomstreit zwischen USA und Nordkorea: Washington fordert "endgültigen Bericht"

  • Pjöngjang will diesen schon abgeliefert haben
  • Land möchte angeblich an Vereinbarungen festhalten

Zwischen den USA und Nordkorea gibt es Streit über eine international vereinbarte Erklärung zur Stilllegung des nordkoreanischen Atomprogramms. Die USA bekräftigten ihren Vorwurf, die stalinistische Regierung in Pjöngjang habe ihre Zusagen nicht erfüllt und noch immer keine vollständige Liste ihrer Atomaktivitäten übersandt. Nordkorea wies dies zurück.

Offenbar bewerten beide Seiten einen im November 2007 vorgelegten Bericht unterschiedlich. Während Nordkorea darauf pocht, damit seine Pflichten erfüllt zu haben, erwarten die USA einen "finalen Bericht", der an China gerichtet ist. China saß den Sechs-Parteien-Gesprächen in Peking vor, bei denen die Vereinbarung zur Stilllegung des nordkoreanischen Programms bis zum Jahresende gemeinsam mit Südkorea, Japan und Russland erzielt wurde.

Das endgültige Dokument sei von den Nordkoreanern noch nicht abgeliefert worden, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Auch das US-Präsidialamt rief Nordkorea auf, die Liste bald zu erstellen, damit alle Beteiligten die Früchte der Vereinbarung ernten könnten.

Nordkorea hatte schon zuvor den Vorwurf der USA zurückgewiesen, sein Atomprogramm nicht wie vereinbart bis Jahresende lückenlos offengelegt zu haben. "Wir haben bereits im November einen Bericht über das Atomprogramm erstellt und die USA darüber informiert", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA einen Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang.

Zugleich bekräftigte der Sprecher, dass Nordkorea an den internationalen Vereinbarungen zur Beendigung des Atomprogramms festhalten wolle. Gemäß einer Vereinbarung hatte sich Nordkorea verpflichtet, bis zum 31. Dezember die Einzelheiten seines Atomprogramms aufzulisten, um im Gegenzug Hilfslieferungen zu erhalten.

(apa/red)

4.1.2008 19:50