Autobombe explodierte vor Schule: Fünf Tote bei Anschlag im Südosten der Türkei
- Zwei Schüler tot, mindestens 68 Menschen verletzt
- Erdogan: PKK "keine Vertreterin kurdische Mitbürger"
·Istanbul: 6 Verletzte & 1 Tote nach Attentat
Bombe in der Nähe eines
Polizeikommissariats
Nach dem tödlichen Anschlag mit einer Autobombe im Südosten der Türkei hat die türkische Polizei vier Verdächtige festgenommen. Bei dem Attentat in der Stadt Diyarbakir waren fünf Menschen getötet worden, in der Mehrzahl Studenten. 68 Menschen wurden verletzt. Der Anschlag war eigentlich gegen ein Militärfahrzeug gerichtet. Die Polizei habe für den Fall bis zum 20. Jänner besondere Ermittlungsbefugnisse bekommen, erklärte die Staatsanwaltschaft gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi.
Zuvor hatte es in Sicherheitskreisen geheißen, dass zwölf Personen inhaftiert worden seien. Bei dem Anschlag in der Stadt Diyarbakir gab es am Donnerstag den Agentur-Angaben zufolge auch zahlreiche Verletzte. Rund 110 Personen seien verletzt worden, acht von ihnen lebensgefährlich, hieß es. Zuvor war die Zahl der Verletzten mit rund 70 beziffert worden. Der mit etwa 80 Kilogramm Sprengstoff präparierte Wagen war nahe einer Schule geparkt und gezündet worden, als ein Bus der türkischen Armee passierte.
Verdächtigen wurden verhört
Die Verdächtigen würden verhört, erklärte der leitende Staatsanwalt in der Provinz Diyarbakir, Durdu Kavak. Es wird vermutet, dass der Anschlag eine Vergeltung für türkische Luftangriffe auf Stützpunkte von Rebellen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Nordirak im Dezember war. Unterdessen stellte die Polizei zwei Fahrzeuge sicher, in denen Sprengstoff und Waffen transportiert worden. So wurden in Van im Südosten der Türkei 50 Kilogramm Sprengstoff gefunden. In Bursa im Westen der Türkei wurden in einem Auto TNT und Plastiksprengstoff entdeckt.
Der Anschlag könnte den Druck auf die Regierung in Ankara erhöhen, gegen die türkischen Kurden-Rebellen im Norden des Irak vorzugehen. Die Aufständischen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) nutzen das Nachbarland als Rückzugsraum. Bisher hat sich niemand zu dem Angriff bekannt. Die türkischen Behörden weisen dennoch der bewaffneten PKK, deren Kommandos in der jüngeren Zeit ihre Aktionen in der Südosttürkei verstärkt haben, die Verantwortung dafür zu. Politische Beobachter vermerken, dass auch im Ausland PKK-Sympathisanten durch anti-türkische Aktionen wieder aktiv geworden sind.
Regierungschef reist in Krisen-Region
"Diese terroristische Organisation war nie die Vertreterin unserer kurdischen Mitbürger", sagte Ministerpräsident Tayyip Erdogan. Der Regierungschef soll demnächst in die Region reisen, ein Besuch von Militärchef Yasar Büyükanit war für Freitag angesetzt. In der Stadt Diyarbakir sind zahlreiche türkische Soldaten stationiert, die gegen die PKK eingesetzt werden. Innenpolitisch ist die Türkei auch insoferne einer Zerreißprobe ausgesetzt, weil sich die im Parlament vertretenen Abgeordneten der Kurden-Partei DTP nicht von den tödlichen Terroranschlägen der PKK gegen türkische Soldaten distanzieren.
Im Südosten der Türkei ist der Konflikt zwischen der Armee und den PKK-Rebellen in den vergangenen Monaten eskaliert, nachdem die PKK mehrere tödliche Angriffe auf Stellungen der Armee ausgeführt hatte. Dutzende Soldaten wurden dabei getötet. Die türkische Armee hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 312 PKK-Kämpfer getötet. Die PKK kämpft seit mehr als 20 Jahren für einen eigenen Staat im Südosten der Türkei. Dabei sind bisher knapp 40.000 Menschen ums Leben gekommen.
(apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Erdbeben in Italien13:28
Österreich spürte BebenÜber 1.000 Menschen meldeten Erdstöße - sogar bis Linz und Wien spürbar
