2007 war tödlichstes Jahr für Journalisten:
Zumindest 86 getötete Medienleute weltweit
- Das sind um 244 Prozent mehr als vor fünf Jahren
- Allein 26 Reporter kamen im Irak ums Leben

Das Jahr 2007 war laut Reporter ohne Grenzen (ROG bzw. RSF) das tödlichste für Journalisten seit langem. Mindestens 86 Journalisten wurden weltweit getötet, wie die Organisation in ihrem Jahresbericht bekanntgab. Dies sei um 244 Prozent mehr als vor fünf Jahren, die Zahl sei die höchste seit 1994. Außerdem kamen 20 Medienassistenten wie Kontaktpersonen, Fahrer, Übersetzer oder Techniker im Vorjahr ums Leben.
Mehr als die Hälfte der umgekommenen Medienschaffenden entfiel auf den Irak. Mit Ausnahme eines russischen Reporters waren alle 46 im Zweistromland getöteten Journalisten Irakis, die bewusst als Ziel eines Angriffs ausgewählt wurden. Sie arbeiteten für lokale Medien. Die irakische Regierung lege trotz dieser Situation eine "alarmierende Trägheit an den Tag" und habe keinen Weg gefunden, die Gewalt zu beenden, so RSF. Den Journalisten wurde als einzige Maßnahme gestatten, Waffen zur Selbstverteidigung bei sich zu tragen.
Sehr gefährlich für Journalisten waren auch Somalia sowie Pakistan. In dem ostafrikanischen Land wurden in einer Welle von Angriffen acht Journalisten getötet. Vier davon waren Auftragsmorde. Viele unabhängige Medienschaffende haben Somalia bereits verlassen. Sechs Reporter in Pakistan wurden Opfer von Selbstmord-Attentaten sowie von Kämpfen zwischen der Armee und Islamisten. In Sri Lanka wurden zwei Journalisten getötet, als die Kämpfe zwischen Sicherheitskräften und Tamilen zunahmen.
Laut Reporter ohne Grenzen wurden im Jahr 2007 außerdem 877 Journalisten verhaftet, 1511 angegriffen oder bedroht und 67 Journalisten entführt. 528 Medienverlage sowie 2676 Webseiten wurden geschlossen. Außerdem wurden 37 Blogger festgenommen.
Bei den Opferzahlen kommen andere Organisationen auf teils andere Angaben. Reporter ohne Grenzen zählen nur jene Medien-Mitarbeiter, die wegen ihrer Arbeit getötet wurden. Nicht in der Statistik enthalten sind noch ungeklärte Fälle, die noch untersucht werden, sowie Unfälle oder Todesfälle, die nichts mit Verletzungen der Pressefreiheit zu tun haben.
Die Internationale Journalisten-Föderation (IFJ) in Brüssel zählte mindestens 134 Journalisten und andere Mitarbeiter von Medien, die 2007 ihre Arbeit mit dem Leben bezahlt haben. Dies sei ein Rückgang im Vergleich zu 2006, als 177 Todesfälle registriert wurden. Die IFJ-Statistik erfasst auch Todesfälle von Fotografen, Dolmetschern, Fahrern und anderen Mitarbeitern der Medien.
(apa/red)
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