Musharraf bittet um Hilfe aus dem Ausland: Scotland Yard ermittelt in 'Causa Bhutto'
- Fernsehansprache: "Tragödie für das ganze Land"
- Pakistan: Wahlen werden auf 18. Februar verschoben

·Verschwörung rund um Ermordung Bhuttos
Pakistans Regierung nun
als Attentäter verdächtigt
·Bhutto-Anschlag hat Folgen auf USA-Politik
Besorgt über Chaos beim
Verbündeten Pakistan
·Bhutto in Familien-
mausoleum gebracht
Hunderttausende gaben ihr letztes Geleit. BILDER!
·Bhutto übte Kritik an persönlichem Schutz
E-Mail: Macht im Todesfall
Musharraf verantwortlich
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zur Bhutto-Ermordung
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Nach der Ermordung von Oppositionsführerin Benazir Bhutto ist die pakistanische Parlamentswahl um sechs Wochen auf den 18. Februar verschoben worden. Die Wahlkommission erklärte in Islamabad, die Einhaltung des ursprünglichen Wahltermins am 8. Jänner sei unmöglich. Die Opposition kritisierte die Entscheidung, kündigte jedoch gleichzeitig an, sie werde an der Wahl teilnehmen. Präsident Pervez Musharraf bat unterdessen Scotland Yard um Hilfe bei den Ermittlungen im Fall Bhutto.
"Ich habe (dem britischen Premierminister) Gordon Brown eine Bitte geschickt, und er hat der Bitte entsprochen", sagte Musharraf in einer Fernsehansprache. Die britischen Experten würden "unverzüglich" einreisen und sollten die pakistanischen Ermittler unterstützen. Bhuttos Witwer, Asif Ali Zardari, forderte eine Untersuchung des Attentats durch die Vereinten Nationen.
"Tragödie für das Land"
Die Ermordung der Oppositionsführerin bezeichnete der Präsident als Tragödie für das Land. "Dies ist die Zeit für Versöhnung und nicht für Konfrontation", sagte er. Er trauere mit dem ganzen Land um die Politikerin, die vergangene Woche bei einem Anschlag getötet wurde. Die frühere Regierungschefin Bhutto sei von Terroristen ermordet worden, so Musharraf.
Parlamentswahl
Staatschef Musharraf erklärte, er habe die Parlamentswahl am 8. Jänner durchführen wollen. Die Wahlkommission habe allerdings anders entschieden. "Wir werden freie, faire, transparente und friedliche Wahlen erleben", sagte der Präsident.
Bhuttos Pakistanische Volkspartei (PPP) kündigte an, sie werde an der Wahl teilnehmen, wie ein Vorstandsmitglied der Nachrichtenagentur AP (Associated Press) sagte. Auch die konservative Pakistanische Muslimliga (PML-N) des früheren Ministerpräsidenten Nawaz Sharif, die zweitgrößte Oppositionspartei des Landes, erklärte, sie werde sich an der Wahl beteiligen. Die Opposition hatte bis zuletzt gefordert, die Wahl wie geplant am 8. Jänner durchzuführen.
Der Chef der Wahlkommission, Qazi Mohammed Farooq, erklärte jedoch, dieser Termin sei nicht zu halten gewesen. Die Entscheidung über die Verschiebung sei in enger Abstimmung mit den vier Provinzregierungen sowie den regionalen Wahlkommissionen getroffenen worden. Vor allem die Regierungen der östlichen Provinz Punjab und der südlichen Provinz Sindh hätten sich vehement für die Verschiebung der Wahlen ausgesprochen. In der Provinz Sindh, Heimatprovinz und Machtbasis von Bhuttos PPP, wurden den Angaben zufolge Einrichtungen der Wahlkommission in 13 der insgesamt 23 Distrikte niedergebrannt. Insgesamt waren bei den landesweiten Ausschreitungen nach der Ermordung Bhuttos mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Auch sei man dem Druck und der Verteilung von Stimmzetteln nicht mehr nachgekommen.
Die beiden großen Oppositionsparteien warfen der Regierung vor, mit dem Aufschub eine sonst zu erwartende Niederlage abwenden zu wollen. Viele Beobachter glauben, dass Bhuttos PPP bei einer Wahl in der nächsten Woche von einem Sympathieschub hätte profitieren können. Ein Sprecher der Muslim-Liga forderte im Sender DawnNews TV den Rücktritt von Präsident Pervez Musharraf. Der Staatschef sei für die Verschiebung der Wahlen verantwortlich. Nach Angaben Farooqs hatte die Wahlkommission auch mit Vertretern der politischen Parteien über die Situation im Land beraten.
Entführung pakistanischer Soldaten
Nach der Entführung von vier Soldaten im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan töteten Regierungstruppen 25 islamische Rebellen, wie ein Militärsprecher mitteilte. Die Gefechte fanden nach Angaben von Generalmajor Waheed Arshad in einer zerklüfteten Gebirgsregion in Süd-Waziristan statt. Zuvor waren nach Informationen aus Geheimdienstkreisen vier Soldaten auf dem Weg zu ihrer Kaserne entführt worden.
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer verurteilte in einem Interview mit der Austria Presse Agentur zum Jahreswechsel den "feigen Anschlag" auf die pakistanische Oppositionsführerin Benazir Bhutto scharf. "Bhutto war eine Schlüsselfigur für Pakistans Weg zur Demokratie, ihre Ermordung war daher auch ein Anschlag auf die Demokratie." Gusenbauer warnte vor einer weiteren Destabilisierung der Atommacht Pakistan.
(apa/red)
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