Sonntag, 6. Jänner 2008

Prämie für gebärende Frauen: "Beitrag, österreichische Bevölkerung zu erhalten"

  • 15.000 Euro: Blaue wollen Schwangere bezahlen
  • Empörte Grüne orten darin "blaue Angstfantasien"

Die FPÖ startet einen neuen Vorstoß gegen Abtreibungen. Frauen sollten eine Prämie erhalten, wenn sie ihre Kinder austragen und danach zur Adoption freigeben. Bei den Blauen denkt man an eine Summe von 15.000 Euro. Der freiheitliche Gleichbehandlungsbeauftragte Klement begrüßte in diesem Zusammenhang die ÖVP-Forderung nach einer stärkeren Beratung abtreibungswilliger Frauen. Klement sieht seinen Vorstoß als "Beitrag, die österreichische Bevölkerung zu erhalten". Bei den Grünen stößt der freiheitliche Vorschlag auf wenig Gegenliebe. Brigid Weinzinger ortet "blaue Angstfantasien".

ÖVP-Justizsprecher Donnerbauer hatte zwar die Fristenlösung außer Streit gestellt, aber eine intensivere und möglicherweise sogar verpflichtende Beratung für abtreibungswillige Frauen verlangt. Man wolle damit "Mut zu Kindern machen" und jungen Müttern die Angst vor eventuellen Behinderungen ihrer Kinder nehmen, argumentierte Donnerbauer.

Klement nimmt diese Haltung zum Anlass, um seine Forderung nach einem "Kontrakt fürs Leben", der werdende österreichische Mütter von einer möglichen Abtreibung abhalten und zu einer Adoptionsfreigabe animieren soll, zu erneuern. "Junge schwangere Frauen haben oft nur die Wahl, entweder die Ausbildung, den Beruf und die Karriere aufzugeben oder seelische Probleme infolge einer Abtreibung in Kauf zu nehmen" so der FPÖ-Politiker. Den werdenden Müttern sollte daher die Möglichkeit geboten werden, das Kind nicht abzutreiben, sondern gleich nach der Geburt zur Adoption freizugeben.

"Beitrag zur Bevölkerungserhaltung"
"Das wäre ein Beitrag, die österreichische Bevölkerung zu erhalten", meinte Klement. Für das Austragen eines Kindes sollten die Frauen 15.000 Euro erhalten. Im "Kontrakt fürs Leben" sollte einer Mutter aber trotzdem die Wahlfreiheit geboten werden, das Kind zu behalten, falls sie sich nach der Geburt doch gegen die Adoption entscheiden sollte.

Grüne orten "blaue Angstfantasien"
Auf wenig Gegenliebe ist der Vorstoß der FPÖ bei den Grünen gestoßen. Frauensprecherin Brigid Weinzinger ortet in den Klements "krude blaue Angstfantasien vom Aussterben der österreichischen Bevölkerung".

"Die Vorstellungen, die da zum Ausdruck kommen, nämlich dass Frauen die Aufgabe haben für das Vaterland möglichst viele Kinder zu bekommen, erinnern an düstere vergangene Zeiten", meinte Weinzinger in einer Aussendung. Die Tatsache, dass es immer noch das Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren Körper gebe, sei Klement entweder entgangen oder egal. Weinzinger: "Es ist immer noch die Entscheidung der Frau, wie sie sich im Falle einer ungewollten Schwangerschaft entscheidet und keinesfalls die des Herrn Klement."

Nach den Worten der Grünen Frauensprecherin sei es "eine völlig abstruse Vorstellung, aus dem Kinder-bekommen Kommerz zu machen" und pro ausgetragenem und zur Adoption freigegebenem Kind eine "Prämie" von 15.000 Euro zu bezahlen. Es sei typisch für die FPÖ, wieder einmal am Kern des Problems vorbeizugehen. "Es geht darum, ungewollte Schwangerschaften durch Aufklärung und frei zugängliche Verhütungsmittel zu verhindern. Zudem sollte es für Frauen genauso einfach sein, Kinder und gleichzeitig die Möglichkeit für Ausbildung, Beruf und Karriere zu haben, wie es das für Männer derzeit schon ist", so Weinzinger.

(apa/red)

6.1.2008 13:10