Österreicher beurteilen 1. Jahr Rot-Schwarz
eher mies: Zu viele gebrochene Versprechen
- Vor allem Vertrauen zu Kanzler Gusenbauer verloren
- Oppositionsparteien sparen nicht mit harscher Kritik

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·Gusi und Molterer als
unbeliebtes Polit-Duo
Umfrage: Jeweils 42 %
gegen Regierungsspitze
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Zulegen großes Ziel bei beiden Landtagswahlen
Das erste Jahr Arbeit der Großen Koalition hat von den Österreichern schlechte Noten bekommen. Das geht aus den veröffentlichten Ergebnissen einer Umfrage des Linzer Meinungs-
forschungsinstitutes "market" hervor. Gebrochene Wahl-
versprechen werden demnach von den Befragten vorwiegend bei der SPÖ und ihrem Kanzler Alfred Gusenbauer geortet.
Mit der Arbeit der derzeitigen Regierung in ihrem ersten Jahr waren nur zwei Prozent "sehr zufrieden". 28 Prozent urteilten mit "eher zufrieden". 49 Prozent gaben die Note "weniger zufrieden", 20 Prozent "überhaupt nicht zufrieden".
Auch nach der Leistungsbeurteilung für die einzelnen Parteien wurden gefragt: Die ÖVP hat nach Ansicht von 41 Prozent sehr gut oder zumindest gut gearbeitet. Nach Ansicht von 34 Prozent gilt das für die SPÖ, 33 Prozent stellten dieses Zeugnis den Grünen aus. Die FPÖ bekam von 19 Prozent gute Zensuren, das BZÖ von 11 Prozent.
Vertrauen fiel um
Dass die Wahdlversprechen eingehalten wurden, glauben von der SPÖ zehn Prozent der Befragten, 79 Prozent beurteilten sie hierin kritisch. Auch von den SPÖ-Anhängern sind nur 30 Prozent überzeugt, dass die Wahlversprechen von "ihrer" Partei eingehalten wurden. Der Koalitionspartner ÖVP kommt bei dieser Frage deutlich besser weg: 39 Prozent aller Befragten, beziehungsweise 72 Prozent der ÖVP-Anhänger sehen die ÖVP-Wahlversprechen eingehalten.
Anlässlich des einjährigen Regierungsjubiläums hagelte es selbstverständlich auch Kritik der Oppositionsparteien. Die Grünen zeigten sich enttäuscht von der SPÖ, die stellvertretende Bundessprecherin Glawischnig fasste die Regierungsarbeit mit "Streiten, Stolpern und Scheitern" zusammen. Für FPÖ-Chef Strache ist die Große Koalition eine "Katastrophe für Österreich", BZÖ-Obmann Westenthaler kritisierte die Konflikte zwischen SPÖ und ÖVP mit den Worten "Streit, Zank und Hader". Wie die Grünen ortete er soziale Kälte. (APA/red)
