Mittwoch, 9. Jänner 2008

Neuer Wind bei unserem Bundesheer: Noch mehr Eurofighter und Tschad-Wüsteneinsatz

  • Änderungen stehen Soldaten auch im Kosovo bevor
  • Jobrochade: Führungsetage der Armee neu bestellt

Sieben weitere Eurofighter, einen neuartigen - und gleichzeitig umstrittenen - Assistenzeinsatz und eine heikle Mission im Tschad für das Bundesheer. Neu bestellt wird auch 2008 die Führungsetage der Armee. Änderungen stehen den Soldaten auch im Kosovo bevor, Österreich wird im Süden der serbischen Provinz das Kommando über die internationalen Truppen übernehmen.

Nach jahrelangem Zank und Hader übernehmen am 1. Juli 2008 die Eurofighter die Luftraumüberwachung Österreichs. Bis dahin soll das Bundesheer über neun der 15 Jets verfügen. Insgesamt sollen kommendes Jahr sieben Flieger geliefert werden, die ersten sechs sollen noch 2007 in österreichisches Eigentum übergehen. Die letzten zwei Abfangjäger kommen 2009.

EURO 2008
Während der Fußballeuropameisterschaft im Juni 2008 werden noch die zwölf von der Schweiz geleasten F 5 im Dienst sein. Geht es nach Verteidigungsminister Norbert Darabos könnten aber auch die Eurofighter zum Einsatz kommen. Bei der EURO 2008 werden zudem 2.000 bis 3.000 Soldaten im Einsatz sein, die Assistenzleistungen für die Exekutive und Protokollaufgaben erledigen werden.

Auslandseinsätze
Änderungen bringt das kommende Jahr auch bei den Auslandseinsätzen des Bundesheers. 160 Soldaten werden sich an der heftig kritisierten EU-Mission im zentralafrikanischen Tschad zum Schutz von Flüchtlingslagern beteiligen. Im Kosovo übernimmt Österreich Mitte Mai das Kommando über die "Task Force Süd". Gleichzeitig wird das Kontingent von derzeit 573 auf voraussichtlich etwa 620 Soldaten erhöht.

Frischer Wind an der Spitze
Weiters wird die Spitze des Heers ausgetauscht. Es werden mehrere Führungspositionen, darunter Generalstabschef und Stellvertreter sowie Sektionschefs, neu bestellt.

Umstrittener Assistenzeinsatz
Neu und umstritten ist die Weiterführung des Assistenzeinsatzes an Grenzen nach dem Wegfall der Schengengrenzen. Die 1.500 Soldaten werden sich nicht mehr direkt an der Grenzen sondern im Grenzraum aufhalten. Sie dürfen auch nicht mehr selbstständig einschreiten, sondern nur mehr beobachten und Auffälliges der Polizei melden. Während der EURO wird es zur Unterstützung der Exekutive den Assistenzeinsatz noch einmal direkt an der Landesgrenze geben.

Geplant ist für 2008 zudem der Kauf von 300 geschützten Mehrzweckfahrzeugen im Wert von 240 Mio. Euro. Und die Milizsoldaten dürfen die ausgesetzten Übungen werden aufnehmen.

(apa/red)

9.1.2008 12:58