30 Prozent der Unfälle durch Schlafdefizit:
ARBÖ fordert Einführung von "Müdomaten"
- Übermüdung eine häufigere Unfallursache als Alkohol
- Gegenrezept: Sauerstoff-Tanken durch lautes Singen

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Der ARBÖ trat für die Einführung von "Müdomaten" ein. Die Beurteilung, ob ein Autofahrer übermüdet ist oder nicht, obliege derzeit noch der Polizei. "Die Einführung eines geeichten 'Müdomaten' wäre in jedem Fall zu begrüßen", erklärte ARBÖ-Verkehrsmedizinier Josef Nagler. Denn rund 30 Prozent der Unfälle auf Österreichs Autobahnen sind auf Übermüdung zurückzuführen.
"Sie geschehen weit häufiger, als solche unter Alkoholeinwirkung. Fällt ein Lenker in den Sekundenschlaf, bewegt sich das Fahrzeug trotzdem weiter. Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h legt dieses einen Weg von rund 14 Metern zurück. Weit genug, um in einen Unfall verwickelt zu werden", warnte Nagler. Korrekt müsste der "Müdomat" eigentlich
"Pupillomat" heißen. Dieser misst nämlich die Reaktionszeit des Auges auf einen Lichtstrahl.
Warnzeichen für Sekundenschlaf
Bei Erschöpfung werden Geschehnisse langsamer verarbeitet, die Wahrnehmung wird röhrenförmig eingeschränkt und die Reaktionszeit länger, Aufmerksamkeit und Gedächtnis nehmen ab. Nach einer schlaflosen Nacht handle man so, als hätte man 0,8 Promille im Blut, nach nur vier Stunden Schlaf das Äquivalent von 0,5 Promille. Nagler: "Hinzu kommt ein zunehmend automatisiertes Verhalten eventuell in Verbindung mit Gereiztheit, die der Lenker nicht unbedingt selbst wahrnehmen muss." Warnzeichen für Sekundenschlaf sind Gähnen, schwere Augenlider und Unkonzentriertheit.
Non-Stopp-Fahrten vermeiden
Um Müdigkeit hinter dem Steuer zu vermeiden, sollten Non-Stopp-Fahrten möglichst vermieden werden. Regelmäßig Pausen einlegen mit Bewegung an der frischen Luft oder dem Müdigkeitsgefühl nachgeben und ein Schläfchen machen, riet der ARBÖ in einer Aussendung. Außerdem sollten vor Fahrtantritt keine schweren Mahlzeiten eingenommen und ausreichend getrunken werden - allerdings nur antialkoholische Getränke. Der Fahrzeuginnenraum sollte auch regelmäßig durchlüftet werden, lautes Singen während der Fahrt fülle die Lunge kräftig mit Sauerstoff. "Das hilft, auch wenn man falsch singt", so Nagler.
(apa/red)
