Britische Studie bestätigt: Gerecht geteilte Hausarbeit macht Lust auf mehr Kinder
- Doppelbelastung schreckt Frauen nach 1. Geburt ab
- Helfen Männer daheim, wächst Lust auf Nachwuchs

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Traditionelles Rollenbild noch immer verankert
"Frauen sind eher bereit, weitere Kinder zu haben, wenn sie die Hausarbeit nach der Geburt des ersten Kindes mit ihrem Mann teilen können." Das ist eine der Erkenntnisse einer neuen Studie, die die potenziellen Ursachen von geringerer Geburtenzahl unter Doppelverdienern untersucht. In nach traditionellen Rollenbildern organisierten Familien besteht hingegen eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass ein zweites Kind gewünscht wird.
Eine Elternschaft verändert das Leben der meisten Frauen mehr als jenes ihrer Männer, da Mütter ihre Erwerbsarbeit und in der Folge ihr langfristiges Einkommen und ihre Karrierechancen stärker reduzieren als Väter. Als Alternative dazu nimmt eine wachsende Zahl von Frauen aus Karriere- oder finanziellen Gründen eine Doppelbelastung durch Vollzeiterwerbstätigkeit und Hauptverantwortung für die Kindererziehung in Kauf.
Unter allen Doppelverdienerhaushalten ist die Gesamtbelastung für vollzeiterwerbstätige Mütter mit Kleinkindern am größten. Aufgrund von verbleibenden Geschlechterungleichheiten tragen Mütter einen größeren Anteil dieser Gesamtarbeitsbelastung als Väter. Die Studie untersucht, ob Überlastung oder als ungerecht wahrgenommene Hausarbeitsaufteilung von Frauen die Wahrscheinlichkeit einer ersten oder zweiten Elternschaft verringert.
1000 Paare untersucht
Die Untersuchung der österreichischen Volkswissenschaftlerin Pia Schober basiert auf Daten des Britischen Haushaltspanels (British Household Panel Survey), einer jährlichen Erhebung unter 2500 Haushalten in Großbritannien in den Jahren 1994 bis 2004. Die statistische Analyse von rund 1000 Paaren mit Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren ergab folgendes:
Traditionelle Familien, in denen der Mann der Hauptverdiener ist und die Frau den Haushalt übernimmt, haben mit 50 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit ein zweites Kind als Paare, in denen der Mann vollzeit- und die Frau mindestens teilzeitbeschäftigt ist.
Wenn Männer mehr als ein Drittel zur Hausarbeit beitragen, erhöht diese die Wahrscheinlichkeit einer ersten Elternschaft um 79 Prozent für Frauen, die mehr als 45 Stunden pro Woche erwerbstätig sind.
Wenn Männer mehr als ein Drittel zur Hausarbeit beitragen, erhöht dies auch die Wahrscheinlichkeit eines zweiten Kindes um 30 Prozent für einen großen Prozentsatz von Frauen mit mittelmäßig egalitären Geschlechterrolleneinstellungen.
Wenn Mütter und Väter sich die Verantwortung für die Betreuung ihres ersten Kindes teilen, so hebt dies die Wahrscheinlichkeit einer Zweitgeburt um 50 Prozent für Frauen mit relativ großer Gesamtarbeitbelastung aus der Summe von Erwerbs- und Hausarbeit.
Familienpolitik gefordert
Die Ergebnisse dieser Studie geben wichtige Hinweise für die Gestaltung der Familienpolitik. So werden u.a. die Einführung einer flächendeckenden Kinderbertreuung und familienpolitische Maßnahmen, die es Väter ermöglichen, mehr von der häuslichen Arbeit zu übernehmen, empfohlen. Es sollte ein politisches Umfeld geschaffen werden, das sowohl traditionelle als auch moderne Lebensweisen erlaubt. (red)
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