Mittwoch, 5. Dezember 2007

Ende der Mobilfunk-Preisschlacht in Sicht: Sinkende Zusammenschaltgebühr Auslöser

  • Heimischer Markt immer noch wettbewerbsintensiv
  • Fällt Preisargument weg, wird aufs Image geschaut

Die österreichischen Mobilfunker liefern sich wieder einmal eine vorweihnachtliche Preisschlacht, doch ein Ende der Preisspirale nach unten ist in Sicht. Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie von Kreutzer Fischer & Partner. Auslöser seien die sinkenden Zusammenschaltungsgebühren - sprich jene Beträge, die ein Mobilfunker seinem Mitbewerber zahlen muss, wenn er ein Telefonat in dessen Netz übergibt. Bisher wurden dabei die kleinen Mobilfunker bevorzugt, um für einen fairen Wettbewerb zu sorgen. Diese so genannten Zusammenschaltungsgebühren gleichen sich aber nun immer stärker an.

Der heimische Mobilfunkmarkt ist laut der Studie noch immer sehr wettbewerbsintensiv, wobei die Übernahme von tele.ring durch T-Mobile wenig an den Marktanteilen verändert hat. Dass dies das Ende der Marktkonsolidierung war, sei jedoch zu bezweifeln. So habe der kleinste Anbieter, "3" (Hutchison) noch immer nicht die kritische Masse an Kunden, mit der ein eigenes Netz rentabel betrieben werden könne. Diese Grenze liege bei etwa einer Million Nutzern, "3" hält nach drei Jahren am Markt bei einem Kundenstamm von rund 500.000 Telefonierern. "Es ist deshalb davon auszugehen, dass am österreichischen Mobilfunkmarkt ein weiterer, zweiter Konsolidierungsschritt schon sehr bald notwendig werden wird", hieß es von Kreutzer Fischer & Partner.

Nach Preis kommt das Image
Wenn das Preisargument wegfällt, dann wird laut Kreutzer Fischer & Partner das Image wichtiger. Wobei die Österreicher den Marktleader Mobilkom als Innovationsführer sehen. Selbst Kunden von One und tele.ring attestieren demnach A1 bessere Werte als ihrem eigenen Netz. "tele.ring hat seine einstige Positionierung als Preisbrecher nach der Übernahme in unglaublich kurzer Zeit wieder eingebüßt. Aus Sicht der Konsumenten liegt tele.ring heute preislich nur mehr gleichauf mit den Angeboten anderer Anbieter. Hier wurde eine sehr klare Positionierung leichtfertig aufgegeben", so die Studienautoren.

Weitere Studien
Es wurden noch zwei weitere Studien zum Thema Telekommunikation präsentiert. Deren Inhalt in Kürze: In der EU haben derzeit 54 Prozent aller Haushalte einen Internetzugang. Wobei es in Bulgarien nur 19 Prozent, in den Niederlanden hingegen 83 Prozent sind. Österreich liegt bei 60 Prozent, geht aus Zahlen der Eurostat hervor.

Mobilfunkmarkt im Abschwung
In Südosteuropa (CEE) wird ein Rückgang des Umsatzwachstums im Telekomsektor von 1,4 Prozent heuer und 1 Prozent im kommenden Jahr erwartet. Wobei auch hier der Festnetzmarkt unter der Konkurrenz des Mobilfunkes leidet. Aber auch der Mobilfunkmarkt befinde sich im Abschwung, geht aus einer Studie der Erste Bank hervor. (APA/red)

5.12.2007 14:00