Donnerstag, 3. Jänner 2008

Wieder schwere Vorwürfe gegen Meinl: Mit Transaktionen über 300 Mio. € 'eingestreift'?

  • Böhmdorfer: Bank führt MEL, MAI und MIP-Geschäfte
  • Julius habe "den Wert der MEL absichtlich verringert"

Die Staatsanwaltschaft Wien hat laut einem Internet-Bericht neue Munition bei ihren Ermittlungen gegen Julius Meinl V. erhalten. In einer Sachverhaltsdarstellung erhebe Rechtsanwalt Dieter Böhmdorfer - neben börse- und kapitalmarktrechtlichen Vergehen - den Verdacht auf Untreue, Betrug und betrügerische Krida.

Demnach soll Julius Meinl mit den Transaktionen von Meinl European Land (MEL), Meinl Airport International (MAI) und Meinl International Power (MIP) mehr als 300 Mio. Euro eingestreift haben, heißt es in dem Standard-Bericht. Nach Ansicht von Böhmdorfer ist die Meinl Bank faktisch die Geschäftsführerin von MEL, MAI und MIP - was von Meinl bestritten wird.

"Durch die hier gewählte Konstruktion und die gesteuerten Finanzflüsse wird letztlich die Meinl Bank AG als 'offenkundig' letztes Glied in diesem Finanzierungskreislauf begünstigt. Hauptgewinner ist der Vorstandsvorsitzende Julius Meinl V.", so Böhmdorfer. Für Meinl gilt die Unschuldsvermutung, er hat erst vergangenen Sonntag erklärt, sich "immer gesetzeskonform verhalten" zu haben und hoffe, dass die Vorwürfe rasch aufgeklärt werden.

Böhmdorfer verdächtigt Meinl, mit den Rückkäufen der Zertifikate der MEL "den Wert der MEL absichtlich verringert" zu haben, "um das Anlegerpublikum zu täuschen". Eine frühere Bekanntgabe der erst im Nachhinein vermeldeten Transaktion im Volumen von 1,8 Mrd. Euro hätte den Börsengang der MIP gestört. Damit seien "nicht nur MEL-Anleger geschädigt worden, sondern auch Anleger verleitet worden, in MEL, MAI und MIP zu investieren", so der frühere Justizminister laut dem "Standard"-Bericht.

(APA/red)

3.1.2008 15:03