Gemeinsame Ausbildung für Lehrer: Hahn will nach PISA-Ergebnis Reform diskutieren
- Skepsis gegenüber Aufnahmeprüfung für Studenten
- "Orientierungstests" wären aber durchaus vorstellbar
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Wissenschaftsminister Johannes Hahn kann sich eine gemeinsame Ausbildung der Lehrer vorstellen. Er meint, man könne etwa über eine gemeinsame Ausbildung für Lehrer von 10- bis 14-Jährigen diskutieren. Derzeit werden Hauptschullehrer an den Pädagogischen Hochschulen (PH) ausgebildet, AHS-Lehrer dagegen an den Universitäten. Skepsis äußerte Hahn hingegen hinsichtlich einer Aufnahmsprüfung für angehende Lehramtsstudenten an den Unis.
Oft würden Studierende nach ihrer Ausbildung nicht den Lehrerberuf ergreifen wollen. Viele würden sich im Nachhinein für eine Tätigkeit in der Erwachsenenbildung oder als Berater entscheiden, erläuterte er. Hahn sprach sich aber dafür aus, dass sich Landesschulbehörden ihr Personal aussuchen können. Ein abgeschlossenes pädagogisches Studium dürfe nicht automatisch zum Lehrerposten führen. Einer Aufnahmeprüfung erteilte Hahn eine Absage, vorstellen kann er sich aber "Orientierungstests", die angehenden Studenten einen "Hinweis auf ihre Eignung als Lehrer geben könnten".
In puncto einer gemeinsamen Lehrerausbildung müsse es aber in jedem Fall eine Weiterentwicklung geben, so Hahn. Man werde sich in den kommenden Wochen zusammensetzen und über eine Umsetzung im Sinne der Bologna-Architektur diskutieren.
"Lehramt neu denken"
Für eine Reform der Lehrerausbildung hat sich der Rektor der Universität Innsbruck, Karlheinz Töchterle, bei einem Hintergrundgespräch des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten ausgesprochen. "Wir müssen das Lehramt neu denken", sagte Töchterle, der dafür plädiert, das Lehramts-Studium der Bologna-Studienarchitektur, also mit den Abschlüssen Bachelor und Master, anzupassen und eine verstärkte Kooperation zwischen Unis und Pädagogischen Hochschulen anstrebt. Denn noch gibt es zu viele Unterschiede zwischen diesen beiden Ausbildungswegen.
Lehramtsstudenten an der Uni müssen mindestens neun Semester studieren, dann schließen sie mit dem Titel "Magister" ab. Die PH-Absolventen schließen nach einer Mindeststudiendauer von sechs Semestern mit dem Titel "Bachelor of Education" ab. Weiterer Unterschied: Lehramtsstudien an den Unis sind kombinationspflichtig. Das heißt, dass für ein Lehramtsstudium mindestens zwei Unterrichtsfächer belegt werden müssen.
Unterschiede Universität - Fachhochschule
Nicht einheitlich ist weiters auch die Organisation von Unis und PH. Während den Universitäten eine weitgehende Autonomie zukommt, sind die PH nachgeordnete Dienststellen des Bundes. Im Unterschied zu den Unis, deren Aufsichtsbehörde das Wissenschaftsministerium ist, ressortieren die PH außerdem zum Unterrichtsministerium.
Keine Unterschiede gibt es dagegen bei den Studiengebühren: Sie betragen sowohl an Unis als auch an PH 363,36 Euro pro Semester. Auch die Vertretung ist die gleiche - sowohl angehende Pflichtschul- als auch AHS- und BHS-Pädagogen sind Mitglied der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH).
(apa/red)
