PISA-Leistungsgefälle: Große Unterschiede zwischen besten und schlechtesten Schülern
- Österreich sticht mit extremen Ergebnissen heraus
- Estland schaffte allgemein hohes Leistungsniveau

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Überdurchschnittliche Leistungsunterschiede zwischen besten und schlechtesten Schülern hat es bei der PISA-Studie in Österreich gegeben. Bereinigt um die "Ausreißer" nach oben und unten, liegen die Mittelwerte der österreichischen Schüler in den Naturwissenschaften zwischen 341 und 663 Punkten - das entspricht einer Leistungsstreuung von 321 Punkten (gerundet). Der OECD-Mittelwert beträgt dagegen nur 309 Punkte.
Die Leistungsstreuung ist der Abstand zwischen besten und schlechtesten Schülern eines Landes. Damit extrem hohe und extrem niedrige Leistungen das Resultat nicht verzerren, werden dabei nur die mittleren 90 Prozent der Leistungen berücksichtigt - die untersten und obersten fünf Prozent fallen weg. Für Österreich bedeutet dies, dass fünf Prozent der Schüler weniger als 341 Punkte erreichten und fünf Prozent mehr als 663. Der Mittelwert aller Schüler lag bei 511 Punkten.
Estland herausragend
Die hohe Qualität eines Bildungssystems zeigt sich nach Ansicht der nationalen PISA-Projektkoordinatoren durch ein hohes Leistungsniveau in den Grundkompetenzen in Verbindung mit einer geringen Leistungsstreuung. Die "idealtypische" Symbiose aus geringer Streuung und hohem Mittelwert gelingt dabei Estland: Mit einem Mittelwert von 531 Punkten liegt es weit über dem OECD-Schnitt (500), darüber hinaus trennen nur 276 Punkte die besten von den schlechtesten Schülern. In Finnland ist es ähnlich: Der Mittelwert erreicht mit 563 den höchsten jemals bei PISA gemessenen Wert, die Leistungsstreuung ist mit 281 nur geringfügig größer als in Estland.
Die neuseeländischen Schüler erreichen mit 530 Punkten zwar praktisch den gleichen Mittelwert wie die Esten - allerdings beträgt der Unterschied zwischen besten und schlechtesten Schülern 352 Punkte. Das bedeutet, dass es im ozeanischen Staat zwar mehr sehr gute Schüler gibt als im baltischen, jedoch auch wesentlich mehr Schüler mit extrem schwachen Naturwissenschaftskenntnissen. Besonders große Leistungsstreuungen weist auch Großbritannien auf (348 Punkte, Mittelwert: 515). Mit großen Streuungen bei schwacher Gesamtleistung müssen die USA (Mittelwert: 489, Streuung: 344)und Bulgarien (Mittelwert: 434, Streuung: 346) kämpfen.
Von Österreichs Nachbarländern weisen Deutschland (328), die Schweiz (325), Slowenien und Tschechien (je 322) eine ähnliche Leistungsstreuung wie Österreich auf, Ungarn (288) und die Slowakei (305) eine geringere.
Gradmesser PISA-Studie
Die Ergebnisse der PISA-Studie sind ein guter Gradmesser für den späteren Bildungserfolg. Das zeigen Untersuchungen in Kanada, Australien und Dänemark. Dabei wurden die Bildungslaufbahnen ehemaliger PISA-Teilnehmer verglichen - Ergebnis: Je besser die PISA-Resultate eines Schülers, umso wahrscheinlicher ist es, dass er die Sekundarstufe erfolgreich abschließt (in Österreich: Matura) bzw. an postsekundärer Bildung teilnimmt, also etwa ein Hochschulstudium beginnt.
(apa/red)
