Mädchen lesen und Buben rechnen besser: Wenig Unterschiede in Naturwissenschaften
- PISA: Schülerinnen erkennen Fragestellungen besser
- Erklärungen von Phänomenen fallen Burschen leichter

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Verbindung der Studie zu Schulsystem "haltlos"
Deutliche Unterschiede zwischen Mädchen und Burschen in den Kompetenzbereichen Lesen und Mathematik zeigt die PISA-Studie 2006, deren Ergebnisse präsentiert wurden. Während Mädchen ein deutlich besseres Leseverständnis haben, sind die Burschen in Mathematik deutlich besser. Wenig Unterschiede gibt es hingegen bei den Leistungen in Naturwissenschaften.
Dass Mädchen deutlich besser lesen, hat sich schon bei den bisher erschienenen PISA-Studien gezeigt. Bei der aktuellen Untersuchung beträgt die Differenz im OECD-Schnitt 38 Punkte, in Österreich sind die Mädchen sogar um 45 Punkte besser als die Burschen. Dem entsprechend befinden sich auch deutlich mehr Schüler, nämlich 27 Prozent, in der Risikogruppe als Schülerinnen (15 Prozent). Sie erreichen nur die unterste Leistungsstufe bei PISA bzw. nicht einmal diese ("Level 1" oder "Level Unter 1").
Burschen besser in Mathematik
Umgekehrt ist die Situation in Mathematik: Hier schnitten die Burschen im OECD-Schnitt um elf Punkte besser ab als die Mädchen. In Österreich liegen sie sogar um 23 Punkte vorne und haben damit den weltweit größten Vorsprung in der Mathematik. Entsprechend mehr Mädchen (23 Prozent) als Burschen (17 Prozent) finden sich auch in der Risikogruppe.
Keine Unterschiede in Naturwissenschaften
Bei den Naturwissenschaften gibt es in praktisch allen Ländern - auch in Österreich - keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Geht man allerdings ins Detail (die Naturwissenschafts-Aufgaben gliederten sich in die Bereiche Physikalische und Biologische Systeme sowie Erd- und Weltraumsysteme, Anm.), zeigen sich doch deutliche Differenzen: So schnitten im Bereich "Physikalische Systeme" die österreichischen Burschen um 45 Punkte besser ab als die Mädchen - der deutlich größte Unterschied unter allen Ländern.
In allen OECD-Ländern können Mädchen naturwissenschaftliche Fragestellungen besser erkennen als die Burschen. Im OECD-Schnitt liegt ihr Vorsprung bei 17 Punkten, in Österreich bei 22 Punkten. Naturwissenschaftliche Phänomene zu erklären scheint hingegen eher die Stärke der Burschen: Ihr Vorsprung beträgt bis zu 25 Punkte (OECD-Schnitt 15 Punkte, in Österreich 19 Punkte) und ist in den meisten Ländern statistisch signifikant.
(APA/red)
