Dienstag, 4. Dezember 2007

Gleiche Befunde für uns bei PISA & PIRLS: Aber starke Diskrepanzen für andere Länder

  • Österreichs Kinder bzw. Jugendlichen im Mittelfeld
  • Unterschiedlichen Teilnehmerkreis - Vergelich schwer

Praktisch den gleichen Befund über die Lesekompetenz der heimischen Schüler haben die beiden Studien PIRLS und PISA gebracht. Sowohl bei der Lese-Studie PIRLS (Progress in International Reading Literacy Study) unter Volksschülern der vierten Klasse als auch beim Leseteil des Programme for International Student Assessment (PISA) unter 15- bis 16-jährigen Schülern landeten die österreichischen Kinder bzw. Jugendlichen im Mittelfeld und praktisch genau im OECD-Schnitt.

Auch bei den Risiko- und Spitzenschülern zeigt sich Ähnliches: Bei PIRLS zählen in Österreich 16 Prozent der Volksschüler zur sogenannten "Risikogruppe" - sie erreichten bei PIRLS nur den niedrigsten Level bzw. nicht einmal diesen. Bei PISA betrug dieser Wert 21,5 Prozent. Am anderen Ende der Leistungsskala zeigt sich, dass es in Österreich relativ wenige Spitzenleser gibt. Nur acht Prozent der österreichischen Volksschüler erreichten bei PIRLS die höchste Lese-Kompetenzstufe, bei PISA waren es neun Prozent.

Vergleich insgesamt schwer
Insgesamt ist ein Vergleich der beiden Untersuchungen trotz der Überschneidung beim Testgebiet Lesen aber schwer. Das liegt vor allem am unterschiedlichen Teilnehmerkreis: Die besten Lese-Länder bei der PISA-Studie wie Finnland, Irland, Südkorea, Japan und Australien nehmen an PIRLS nicht teil, Kanada nur mit Einzelprovinzen. Umgekehrt ist mit Singapur ein PIRLS-Spitzenland nicht bei PISA dabei.

Generell gilt: Wer bei PISA gut abschneidet, tut dies auch bei PIRLS und umgekehrt. Sehr gute Leistungen sowohl bei PISA als auch bei PIRLS erbrachten etwa Schweden, die Niederlande und Kanada bzw. kanadische Einzelprovinzen. Österreich, Deutschland, Frankreich und Dänemark liegen bei beiden Studien in etwa im OECD-Schnitt.

Es gibt aber auch einige Ausnahmen: PIRLS-"Sieger" Russland liegt bei PISA weit unter dem OECD-Schnitt, der beste europäische PIRLS-Staat Luxemburg erreichte bei PISA ebenfalls nur einen Mittelwert unter dem OECD-Schnitt. Größere Diskrepanzen gab es auch bei Neuseeland (bei PISA klar über dem OECD-Schnitt, bei PIRLS knapp darunter) und Italien (bei PISA klar unter dem OECD-Schnitt, bei PIRLS darüber).

(apa/red)

4.12.2007 10:06