Österreichs Konjunktur vor Abschwächung: Wifo prognostiziert Expansions-Abkühlung
- Konsumnachfrage nimmt nur mehr sehr verhalten zu
- Wertschöpfung stieg im 3. Quartal real nur um 2,2 %
·Unsere Wirtschaft wächst langsamer
Der private Konsum
bleibt weiterhin zurück
·Handel hofft auf Top- Weihnachts-Shopping
Auf dem Wunschzettel: Spielwaren und Schmuck
Für die kommenden Quartale geht das Österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) von einer leichten Abschwächung der Konjunktur aus. Die Konsumnachfrage nimmt nur sehr verhalten zu. Dabei wird der Anstieg der verfügbaren Realeinkommen und der Verbrauchsausgaben der Privathaushalte durch die Beschleunigung des Preisauftriebs gebremst.
Im 3. Quartal ist das heimische BIP im Jahresabstand um 3,4 Prozent gewachsen, ebenso stark wie im Quartal davor, nachdem das Wifo das Wachstum im 2. Quartal nun von 3,3 auf 3,4 Prozent angehoben hat. Im Quartalsabstand legte das BIP mit 0,8 Prozent etwas kräftiger zu als im Vierteljahr davor (+0,7 Prozent); dies deckt sich mit der Wifo-Schnellschätzung von Mitte November.
Sachgüterproduktion als Konjunkturstütze
Die wichtigste Stütze der Konjunktur bildete zuletzt erneut die robuste Ausweitung der Sachgüterproduktion (+7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr), die von einem kräftigen Güterexport getrieben wurde (+5,9 Prozent). In Österreich bildete im 1. Halbjahr auch die Bauwirtschaft einen Konjunkturmotor. Die Nachfrage war v.a. im Tiefbau so kräftig, dass nicht nur Produktion und Beschäftigung, sondern auch die Preise (+3,9 Prozent) kräftig stiegen.
"Nun zeichnet sich eine allmähliche Abkühlung der raschen Expansion ab", so das Wifo. Die Wertschöpfung stieg im 3. Quartal real nur noch um 2,2 Prozent, und im Oktober verlangsamte sich der Beschäftigungszuwachs auf +0,5 Prozent. Im 3. Quartal zogen auch die Ausrüstungsinvestitionen an (+6,7 Prozent). Insgesamt belebe sich die Investitionstätigkeit schwächer, als bei der guten Exportkonjunktur zu erwarten wäre, so die Experten. Vor allem springe der Aufschwung nicht auf die Konsumnachfrage der privaten Haushalte und die von ihr abhängigen Wirtschaftszweige über. (APA/red)

