Polnischer Schwarzmarkt bietet bis zu 700 Euro für Tickets: Warnung vor Betrügern
- Firmen aus dem Ausland inserieren in Zeitungen
- 200.000 polnische Fans wollen Smolarek & Co sehen

·Griss um die letzten EURO-Tickets beginnt
Kleine Stadien, geringe Stückzahl, frustrierte Fans
·EURO 2008: Die Vorrunden-Gruppe A
Die Teams in der Gruppe von Gastgeber Schweiz
·EURO 2008: Die Vorrunden-Gruppe B
Die Mannschaften in der Gruppe von Österreich
·EURO 2008: Die Vorrunden-Gruppe C
Die Mannschaften in der Todesgruppe mit Italien
·EURO 2008: Die Vorrunden-Gruppe D
Die Mannschaften in der Gruppe des Titelhalters
In polnischen Zeitungen sind zum ersten Mal Annoncen erschienen, in denen angebliche Firmen aus dem Ausland Karten für die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni) anbieten. Ein Ticket für das Spiel Österreich gegen Polen in Wien soll 340 Euro kosten, eine Karte für die Partie Deutschland gegen Polen in Klagenfurt wird für 700 Euro angeboten. In beiden Fällen liegt der Preis um mehr als das Fünffache über dem offiziellen Wert.
Die UEFA hat bereits angekündigt, gegen diesen Schwarzmarkt vorgehen zu wollen. "Wir raten davon ab, diese Karten zu kaufen, denn es gibt keine Garantie, ob das gute Tickets sind und ob sie wirklich bei den Käufern ankommen", warnte Martin Kallen, Geschäftsführer der EURO 2008, gegenüber der polnischen Tageszeitung "Gazeta Wyborcza".
Die meisten der ausländischen Firmen geben nur eine Kontaktmöglichkeit per E-Mail über das Internet an. Eine Ausnahme bildet die Firma "Euroteam" aus Norwegen. "Wir arbeiten völlig legal, und unsere Karten kommen aus bewährten Quellen", erklärte am Telefon von "Euroteam" ein gewisser David, der seinen Nachnamen nicht nennen wollte. "Zu 100 Prozent" würden die Karten drei Wochen vor den Spielen zugestellt, so David.
Das größte Rätsel an den Angeboten ist die Frage, woher die Tickets kommen. "Wir kaufen bei verschiedenen Institutionen und sammeln die Karten auf dem Markt ein", erläuterte David. Häufig gehe ein Ticket "durch drei oder vier Hände", bevor es von "Euroteam" verkauft werde.
Dieser Schwarzmarkt ist trotz der hohen Preise für viele polnische Fußballfans interessant. Denn zwar beginnt der nationale Verband PZPN im Jänner mit dem Verkauf des polnischen Kontingents für die Gruppen-Spiele. Aber dabei dürften nur wenige zum Zug kommen, gegen Deutschland zum Beispiel sind rund 6.000 Karten für polnische Zuschauer vorgesehen. Von diesen geht jedoch knapp die Hälfte an Sponsoren und Mitarbeiter des Verbandes. Für den Rest interessieren sich laut Schätzungen 200.000 polnische Fans.
Eigentlich sollten die Sicherheitsvorkehrungen bei der EURO 2008 dafür sorgen, dass Schwarzmarkt-Käufer mit den erworbenen Karten nicht in die Stadien kommen. Aber David von "Euroteam" glaubt daran nicht: "Auch bei der WM in Deutschland sollte jeder genau kontrolliert werden. Und was war? Alle kamen ohne Probleme rein."
(red/apa)
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