4.12.2007 14:45

"Nicht praktikabel": Keine berittene Polizei während Europameisterschaft in Klagenfurt

  • Landespolizeikommandant: Exekutive gut vorbereitet
  • Trotz Sicherheitsbedenken 'großartiges Sportereignis'

Die Kärntner Exekutive will während der EURO 2008 als "höfliche, hilfsbereite aber bestimmte Polizei" auftreten. Das Los hat Kroatien, Deutschland und Polen als Gastmannschaften für die Gruppe B in Klagenfurt bestimmt. Die von Bürgermeister Harald Scheucher gewünschte berittene Polizei sei jedoch "für Klagenfurter Verhältnisse nicht praktikabel", so Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger.

Bei allen Sicherheitsbedenken dürfe man nicht vergessen, dass es sich um ein "großartiges Sportereignis" handle, meinte Sicherheitsdirektor Albert Slamanig. Die Exekutive sei jedoch gut vorbereitet und habe auch "Ausschreitungen in die Überlegungen mit einbezogen", erklärte Rauchegger. Die Zulosung für Klagenfurt sei durchaus "problematisch", der Anteil an gewaltbereiten Fans jedoch verschwindend gering.

Bei dem Match zwischen Deutschland und Polen während der WM 2006 habe es bei 75.000 Zusehern etwa 400 Verhaftungen gegeben, rechnete Slamanig vor. Klagenfurt sei für eine derart große Zahl an Verhaftungen vorbereitet. "Die Arrestantenlogistik ist ein wichtiger Punkt", meinte der Sicherheitsdirektor.

Zahl der Beamten steht noch nicht fest
Auf die genaue Anzahl der Exekutivbeamten, die während der Spiele in Klagenfurt zum Einsatz kommen werden, wollte man sich noch nicht festlegen. "Über eine definitive Zahl zu reden ist zu früh, das wird anlassbezogen festgelegt", erklärte Wolfgang Gabrutsch, Leiter des EURO-Einsatzstabes beim Landespolizeikommando. Fix sei hingegen, dass jene Hundertschaften, die aus Deutschland zur Unterstützung nach Österreich kommen werden, "mit allen Hochheitsrechten" ausgestattet würden, also auch Waffen tragen dürfen.

Derzeit würden die Kontakte zu den Behörden in Kroatien und Polen intensiviert. Vorerst sei geplant, dass je acht Beamten aus den jeweiligen Heimatländern ihre Fans nach Klagenfurt begleiten. Für die Kärntner Polizisten heißt es jetzt auch Fremdsprachen lernen. "Es wird Sprachausbildungen geben", kündigte Gabrutsch an.

Die Verlagerung der Schengengrenze nach Süden an die slowenisch-kroatische Grenze sei kein Problem. Da Slowenien im ersten Halbjahr 2008 den Vorsitz in der EU innehabe, seien während der EURO 2008 alle Exekutivkräfte in Österreichs südlichem Nachbarland hochgefahren, meinte Slamanig.

(apa/red)

4.12.2007 14:45
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