3.12.2007 14:26

Gruppe der "Risikospiele": Österreich-
Pool bekommt "erhöhte Aufmerksamkeit"

  • Minister Platter: Übergriffe "nicht auszuschließen"
  • Beamte aus Deutschland unterstützen Polizei

Das Wort "Risikospiele" hört Innenminister Platter nicht so gern. Aber die Begegnungen in der Österreich-Gruppe B mit den Mannschaften aus Deutschland, Kroatien und Polen werden samt und sonders Matches sein, welche die "erhöhte Aufmerksamkeit" der Exekutive erfordern. Das sagte Platter, als er eine erste Sicherheitseinschätzung zu den Gruppenspielen in Österreich gab.

Während die in Salzburg und Innsbruck ausgetragene Gruppe D mit Griechenland, Spanien, Schweden und Russland den Behörden kaum Kopfzerbrechen bereitet, sind Übergriffe laut Platter in Wien und Klagenfurt "nicht auszuschließen".

Die heimische Exekutive wird diese Aufgaben nicht allein bewältigen müssen. Rund 800 Beamte aus Deutschland, davon 600 aus Bayern, werden Österreichs Polizisten vor allem im Bereich der Einsatzeinheiten unterstützen, sagte Platter. Je 250 werden in Wien, Klagenfurt und Innsbruck stationiert, der Rest bleibt in Reserve.

Zweiter EURO-Tag erster Härtetest
Bereits am ersten Tag, an dem die EURO auch in Österreich stattfindet, am 8. Juni, kommt es zu den durchaus brisanten Paarungen Österreich-Kroatien und Deutschland-Polen. "Aus Kroatien erwarten wir einen großen Ansturm zum Spiel in Wien, vorwiegend im Individualverkehr", sagte Platter. Die Fans werden als weitgehend fair eingeschätzt, setzen aber gerne (verbotene, Anm.) Pyrotechnik ein und feiern Erfolge ihrer Mannschaft frenetisch. Mit Kroatien gebe es bereits ein bilaterales Abkommen, es befinde sich auch ein österreichischer Verbindungsbeamter in Zagreb.

In jüngster Vergangenheit gab es Auseinandersetzungen zwischen Kroaten und Serben in Wien, wenn eine der beiden Mannschaften bei Welt- oder Europameisterschaften antrat. Hier ansässige Nationalitäten würden vom Verfassungsschutz beobachtet, sagte der Minister.

Ebenfalls am 8. Juni findet in Klagenfurt die Begegnung Deutschland gegen Polen statt. Auch hier seien "Übergriffe nicht auszuschließen". Dass es wie beim Zusammentreffen der beiden Mannschaften in Dortmund bei der WM 2006 zu Festnahmen im Ausmaß mehrerer hundert kommt, hofft der Minister nicht. Aber: Man werde "entsprechende Vorsorge" bei den Unterkünften treffen.

Schengen-Grenze wird wieder kommen
Ähnliches gilt für die weiteren Spieltage in der Österreich-Gruppe am 12. und 16. Juni. Kaum Probleme sollte es dem Innenminister zufolge bei den Spielen in Salzburg und Innsbruck mit dem Anhang von Griechenland, Spanien, Russland sowie Schweden geben. Die spanischen Fans seien enthusiastisch, aber friedlich. Auch bei den Schweden, Russen und Griechen habe es im Ausland bisher keine Probleme gegeben.

Platter kündigte erneut an, dass die Schengen-Grenze an bestimmten Spieltagen zu manchen Nachbarländern punktuell wieder eingezogen wird. Auch das Bundesheer wird mit etwa 1.500 Soldaten die Polizei hier unterstützen. Seitens der Exekutive werden 27.000 Beamte im Einsatz sein. 2.200 werden dabei zu den Einsatzeinheiten zählen. 200 Beamte der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) und 400 Angehörige der Anti-Terroreinheit "Cobra" sind ebenso eingeplant wie rund 4.000 Ordnungspolizisten.

(apa/red)

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3.12.2007 14:26
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