Kleine Stadien und begrenzte Kontingente:
Griss um die letzten EURO-Tickets beginnt
- Karten sind rar. Wer Tickets will, muss sich sputen
- Höchstens 10.000 Karten für ein Spiel des ÖFB-Teams
"Klagenfurz": Deutsche verspotten Stadion in Kärnten

·EURO 2008: Die Vorrunden-Gruppe A
Die Teams in der Gruppe von Gastgeber Schweiz
·EURO 2008: Die Vorrunden-Gruppe B
Die Mannschaften in der Gruppe von Österreich
·EURO 2008: Die Vorrunden-Gruppe C
Die Mannschaften in der Todesgruppe mit Italien
·EURO 2008: Die Vorrunden-Gruppe D
Die Mannschaften in der Gruppe des Titelhalters
Mit der Auslosung der Gruppen hat die Europameisterschaft 2008 schon so richtig begonnen. Neben der sportlichen Diskussion über Gruppenkonstellationen und Aufstiegsmöglichkeiten, brennt den Fans vor allem eine Frage unter den Nägeln: Wie komme ich noch zu Karten? Die gute Nachricht für alle, die noch nicht in Besitz begehrter Tickets sind: Es gibt noch welche. Die schlechte Nachricht: Die Kontingente sind äußerst begrenzt. Maximal 10.000 Karten pro Match wird es für die Vorrunden-Spiele der österreichischen Mannschaft noch geben. Der Frust bei vielen Fans ist vorprogrammiert.
Die genaue Anzahl steht noch nicht fest. Erst am 18. Dezember wird beim Ticket-Workshop geklärt, wie viele Karten es pro Spiel geben wird. Dabei ist noch offen, ob die Stückzahl von der gesamten Stadionkapazität berechnet werden, oder zum Beispiel Sponsoren- und VIP-Tickets abgezogen werden.
Maximal 10.000 Tickets
Fest steht aber, dass der ÖFB im besten Fall 10.000 Tickets für Spiele des Nationalteams erhält. Diese werden aufgeteilt, an die treuesten Fans, an Fan-Klubs der Bundesligen und an Spieler und Betreuer. Der Rest wird via Internet zum Verkauf freigegeben. Einzelheiten kann der ÖFB (UEFA-Vorschrift) noch nicht preisgeben. Fragen zum Erwerb der Karten werden offiziell erst ab 1. Jänner 2008 beantwortet, zuvor müssen die Verkaufspläne noch vom Europäischen Fußballbund abgesegnet werden.
Wer in den Genuss anderer Gruppenspiele ohne österreichische Beteiligung kommen möchte, muss sich an die jeweiligen Landesverbände wenden, die ihrerseits die ihnen zugeteilten Kontingente vergeben. Doch auch anderswo stöhnt man bereits über die kleinen Stadien und, im Vergleich zu anderen internationalen Großereignissen, begrenzten Auflagen.
"Klagenfurz!" - Bild-Zeitung spottet über EM-Stadion
So verspottete die deutsche "Bild" den Standort Klagenfurt: "Hilfe, unser EM-Stadion ist nur ein Klagenfurz!". Grund dafür ist die Fan-Kapazität der Wörthersee-Arena (32.000), in der die Deutschen ihre beiden ersten Gruppenspiele gegen Polen und Kroatien bestreiten. "Bild" berichtete von einer "Karten-Katastrophe" und "vielen wütenden Leser-Reaktionen", da offiziell pro Partie nur knapp 20 Prozent, also rund 6.000 Tickets, an deutsche Fans gehen.
"Ich bin sicher, wir könnten das Zehnfache an Tickets verkaufen", meinte auch DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach. Und die "Bild" hatte auch gleich einen Lösungsvorschlag parat: "Kleiner Tipp für die EM-Organisatoren: Die Münchener Arena (63.000 Plätze) ist nur 80 Kilometer von der Ösi-Grenze entfernt und an allen deutschen Spielterminen frei...". Die "Bild" verwies auch darauf, dass bei der EM 2004 in Portugal nach der Auslosung teilweise die Spielorte gewechselt wurden, damit die bekanntesten Teams in den größten Stadien spielen können.
Der deutsche Teamchef Joachim Löw äußerte sich zu diesem Thema in einem "Die Welt"-Interview weitaus diplomatischer. Auf die Frage, ob es ein Nachteil sei, dass ausgerechnet die Deutschen im kleinsten EURO-Standort Klagenfurt spielen, meinte der Ex-Tirol- und Ex-Austria-Coach: "Für uns nicht, das Stadion ist klein, aber ein Schmuckkästchen. Doch es ist grundsätzlich schade, dass viele Stadien bei dieser EM nur eine geringe Kapazität haben."
(red/apa)
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