Donnerstag, 6. Dezember 2007

Klub-WM mit den Besten der Kontinente:
Milan will für Europa Versäumtes nachholen

  • Boca Juniors mit "beunruhigendem Glücksbringer"
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Der Sieger der vierten Klub-WM in Japan kommt erstmals nicht aus Brasilien. Das steht schon vor Turnier-Beginn fest, nachdem die Boca Juniors aus Buenos Aires den Vertreter des Rekord-Weltmeisters, Gremio Porto Alegre, im Finale der Copa Libertadores besiegt hatten.

Neben den Argentiniern nehmen noch der Champions League-Gewinner AC Milan (Europa), FC Pachuca (Mexiko/Nord- und Mittelamerika), Sepahan Isfahan (Iran), Urawa Red Diamonds (Japan/beide Asien), Waitakere United (Neuseeland/Ozanien) und Etoile Sahel (Tunesien/Afrika) teil. Alle drei bisherigen Trophäen gingen durch Corinthians Sao Paulo (2000), FC Sao Paulo (2005) und Internacional Porto Alegre in (2006) an Brasilien.

Europa noch ohne Sieg
Für Europa gab es bisher nur zwei zweite Plätze durch Liverpool (2005) und FC Barcelona (2006) sowie einen vierter Rang durch Real Madrid (2000). Für den ersten Coup des Alten Kontinents will der AC Milan sorgen. "Ich brenne darauf, diesen Pokal in die Höhe zu stemmen. Wir wollen diesen Titel unbedingt", machte Kaka, Europas Fußballer des Jahres, kein Hehl aus seinen Erwartungen.

2003 war der Brasilianer schon knapp daran gewesen, den damaligen Weltcup, den Vorgänger-Bewerb der Vereins-WM, zu gewinnen. "Ich habe nicht vergessen, dass uns damals die Boca Juniors im Endspiel besiegt haben", erinnert sich Kaka an den 14. Dezember, an dem es für die Rossoneri in Yokohama gegen die Argentinier nach einem 1:1 im Elferschießen ein bitteres 1:3 setzte.

Boca-Glücksbringer
Die Zuversicht der Mailänder, das Erbe der brasilianischen Vertreter anzutreten, ist groß. Das ändert auch nicht eine fast schon "beunruhigende Statistik" im Lager der Boca Juniors, die frühestens im Finale Gegner der Italiener sein könnten. Der Co-Favorit aus Argentinien hat in der Person von Hugo Benjamin Ibarra, der von Mitspielern und Anhänger "El Negro" (der Schwarze) genannt wird, einen echten Glücksbringer in ihren Reihen.

Der Verein hat mit dem Abwehrstrategen bisher acht internationale Endspiele bestritten und alle acht gewonnen! "Natürlich gehört immer auch etwas Glück dazu, allerdings muss man dem Glück auch ein wenig nachhelfen. Die Siege sind jedoch allein das Verdienst der ganzen Mannschaft", sagte Ibarra, der als "brasilianischer Außenverteidiger Argentiniens" bezeichnet wird. Er erwartet jedenfalls ein Finale Milan - Boca, die Fortsetzung seiner Serie und ist wie seine Mitspieler hochmotiviert.

Erfolgs-Story
Die Juniors haben Ibarra 1998 in ihr Bombonera-Stadion geholt. Bevor ihn der FC Porto im Sommer 2001 für 8 Millionen Euro verpflichtete, wurde er dreimal argentinischer Meister, gewann zweimal die Copa Libertadores und einmal den Interkontinental-Cup. 2003 kehrte der heute 33-Jährige nach Buenos Aires zurück und gewann mit den "Xeneizes" ein drittes Mal die Copa Libertadores. Nach einem halben Jahr in der Heimat ging es nach Europa zurück, wo er zunächst für AS Monaco und dann für Espanyol Barcelona tätig war.

2005 kam Ibarra endgültig zu den Juniors zurück und mit ihm stellte sich auch wieder der Erfolg ein. Denn es folgten zwei weitere nationale Meistertitel, zwei Triumphe in der Copa Sudamericana, zwei Erfolge im südamerikanischen Supercup sowie der bereits vierte kontinentale Titel in der heurigen Copa Libertadores. In dieser versperrte Boca in den Endspielen durch zwei Siege (3:0/daheim und 3:0/auswärts) Gremio Porto Alegre und damit Brasilien den Weg zur Vereins-WM in Japan.

(apa/red)

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6.12.2007 10:48