Mittwoch, 5. Dezember 2007

Auch Panionios leidet an Doppelbelastung:
Griechen brauchen einen Sieg bei Veilchen

  • Lienen-Truppe wie Wiener seit 11.11. ohne Erfolg
  • Noch sechs griechische Vereine im Europacup-Einsatz

Wie die Wiener Austria kämpft auch UEFA-Cup-Gegner Panionios Athen mit der Fußball-Doppelbelastung. Und Panionios spürt vor dem Match ebenfalls die Folgen der zahlreichen Spiele ganz deutlich: der aktuelle Siebente der griechischen "Super League" hat seinen jüngsten vollen Erfolg genauso wie die Austria am 11. November gefeiert. Damals siegte die Austria auswärts gegen Austria Kärnten 1:0 und Panionios daheim gegen Xanthi 3:2.

Für das Schlüsselspiel der UEFA-Cup-Gruppe H will die Truppe des deutschen Trainers Ewald Lienen aber noch einmal alle Reserven mobilisieren. "Wir spüren die Belastungen und sind schon etwas müde. Aber unser Team hat großes Potenzial. Wir wissen, was zu tun ist: Wir müssen in den verbleibenden beiden Gruppen-Spielen zwei Siege holen. Und die Zeit ist jetzt reif für einen Sieg", meinte Verteidiger Ioannis Maniatis voller Selbstbewusstsein.

Wie für die Wiener ist auch für die Griechen, die ein 1:1 in Helsingborg sowie ein 0:3 daheim gegen Galatasaray zu Buche stehen haben, ein Dreipunkter im Happel-Stadion fast schon Pflicht. Im krassen Gegensatz zur Austria, dem einzig verbliebenen ÖFB-Vertreter im Europacup, steht der zweifache Cupsieger Panionios mit der Doppelbelastung Liga und Europacup in Griechenland nicht alleine da.

Nicht weniger als sechs Vereine aus dem Land des Europameisters 2004 sind noch auf der internationalen Bühne vertreten. Neben Champions-League-Starter Olympiakos Piräus sind es in der UEFA-Cup-Gruppenphase noch Panathinaikos Athen (Andreas Ivanschitz), Salzburg-Bezwinger AEK Athen (Jürgen Macho), Aris Saloniki, AE Larissa sowie Panionios.

Probleme mit Hooligans
Im Raum Athen ist Panionios nur die vierte Kraft hinter den Großen Olympiakos, AEK und Panathinaikos. Zu den Liga-Heimspielen kommen meist nicht einmal 3.000 Fans. Dennoch wurde der Verein in jüngster Vergangenheit Opfer von Hooligans. Denn Ende November hatten Störefriede nach der 1:3-Niederlage gegen PAOK den Mannschaftsbus von Panionios gestoppt und mit Steinen beworfen. Der 53-jährige Coach Lienen wurde dabei von einem Stein auf der Brust getroffen und leicht verletzt.

"Ich hatte viel Glück, es hätte viel schlimmer ausgehen können. Es ist ein trauriger Vorfall für den griechischen Fußball, er wirft ihn wieder um Jahre zurück", meinte Lienen danach. Lienen war vor seinem Wechsel nach Griechenland (2006) viele Jahre in der deutschen Bundesliga tätig, u.a. für MSV Duisburg, Hansa Rostock, den 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach und Hannover 96.

Trotz des Zwischenfalls fühlt sich Lienen in Athen wohl und verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis 2010. Einer von Lienens Vorgängern war übrigens ein Österreicher, der im September 2007 verstorbene Ex-ÖFB-Teamchef Helmut Senekowitsch machte auf seiner "Welt-Tournee" als Trainer nämlich auch bei Panionios Station.

(apa/red)


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5.12.2007 11:03