Führung im Gesamtweltcup: Morgenstern
will im Roten Trikot auch nach Villach reisen
- "Trondheim wieder eine neue Herausforderung"
- ÖSV-Adler in Norwegen im engsten Favoritenkreis

Platz zwei im Teambewerb und Auftaktsieg durch Thomas Morgenstern im ersten Einzel-Weltcup-Skispringen der Saison: Der Saisonstart der österreichischen Skispringer in Kuusamo war ein Auftakt nach Maß. Bei den beiden Großschanzenbewerben am Samstag und Sonntag in Trondheim in Norwegen zählen die ÖSV-Adler wieder zum engsten Favoritenkreis, schärfste Herausforderer werden wohl erneut die gastgebenden Norweger sein.
Doppel-Olympiasieger Morgenstern, der heuer mit dem großen Ziel Gesamt-Weltcup ins Geschehen eingestiegen ist, trägt auf der zweiten Station also das Rote Trikot des Leaders. Und das möchte er auch für seinen Heim-Weltcup in Villach (14.12./Normalschanze) behalten. "Ich bin in Form und habe ein geiles Gefühl auf der Schanze. Trondheim ist wieder eine neue Herausforderung, auf die ich mich freue. Endlich ist dort nach drei Jahren mal wieder ein Wettkampf", freut sich Morgenstern.
Die Vorbereitung in Lillehammer, wo die Österreicher zwischen 10 und 20 Sprüngen absolviert haben, verlief ganz nach Plan. "Diese Entscheidung war richtig. Wir haben drei Tage bei perfekten Bedingungen trainieren können", sagte Cheftrainer Alexander Pointner. Gregor Schlierenzauer und Martin Koch feilten auf der kleinen Schanze an ihrer Technik und trainierten auch im Hinblick auf den ersten Heim-Weltcup der Saison auf der Normalschanze.
"Sind natürlich optimale Vorzeichen"
Pointner ortet freilich vor allem bei Morgenstern, der ohnehin immer eine Portion Optimismus im Gepäck hat, einen Schub an Selbstvertrauen. "Es sind natürlich optimale Vorzeichen nach dem Auftaktsieg und dem guten Training in Lillehammer", weiß auch Pointner. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Die Norweger zeigten sich beim tollen Auftakt ohnehin hellwach, aber auch von anderen Springern erwartet der ÖSV-Chefcoach mehr: "Ein Malysz oder Ahonen haben den Auftakt verpatzt, auch Andi Kofler hatte einen nicht so guten Start."
Für eine richtige Einschätzung des Feldes ist es freilich noch zu früh. "Die Positionierung wird wohl erst nach Engelberg stattfinden (23.12. Anmerkung). Für Trondheim sind sehr windige Bedingungen angesagt und in Villach und Kranj springen wir ja von der Normalschanze", so Pointner, der nach Trondheim entscheiden will, ob sich etwas am Team ändert. Freilich wird man auch mit Gregor Schlierenzauer, der nach Rang vier seinen ersten Podestplatz holen will, und Martin Koch rechnen müssen. Schlierenzauer plagt allerdings eine Beinhautentzündung, die täglich behandelt werden muss.
Die Mannschaft hatte am Donnerstag in der Studentenstadt Trondheim übrigens frei - und eine der wenigen Möglichkeiten, im teuren Norwegen zum Weihnachtsshopping zu gehen. "Wir haben heuer einen dichten Kalender bis zum 23. Dezember", weiß Pointner. "Ich jage Weihnachtsgeschenke - für wen, das verrate ich natürlich nicht", verlautete Morgenstern.
(apa/red)
