Donnerstag, 6. Dezember 2007

'Super Size Me'-Macher in Höhle des Löwen?
US-Regisseur will Bin Laden getroffen haben

  • Morgan Spurlock soll Terrorpaten interviewt haben
  • Mega-Coup oder PR-Hype: Gerüchteküche brodelt

Es wäre einer der größten Scoops seit Erfindung des Journalismus. Es wäre die größte Blamage für eine US-Regierung seit Watergate. Es wäre der schlimmste Schuss ins Knie seit Beginn der Irak-Invasion 2003. Ausgerechnet US-Filmemacher Morgan Spurlock, bekannt geworden durch seine Anti-McDonalds-Doku "Super Size Me", will Gerüchten zufolge den meistgesuchten Mann der Welt zum Interview getroffen haben: Osama Bin Laden.

Wie US-amerikanische Webportale melden, gehen die Gerüchte um ein angebliches Treffen bis Februar zurück. Beim Berliner Filmfestival zeigte Spurlock einer ausgewählten Gruppe von potenziellen Investoren bislang unveröffentlichtes Material aus seinem neuen Film "Where in the World is Osama Bin Laden".

800 Stunden Filmmaterial
Monatelang war der Ex-McJunkie im Nahen Osten unterwegs und heftete sich auf die Spuren des Terrorpaten. Insgesamt 800 Stunden Film brachte der Amerikaner von seinen Reisen mit. Nun fragen sich Internet-User auf der ganzen Welt: Gelang Spurlock tatsächlich, woran Geheimdienste rund um den Globus scheiterten?

Alles nur ein PR-Clou?
Morgan Spurlock profitiert naturgemäß von den Gerüchten rund um sein neuestes Machwerk. Er und seine Crew gießen fachgerecht Öl ins Feuer: "Wir haben den Heiligen Gral gefunden", sagte der Kameramann. Ob damit Osama Bin Laden höchstselbst gemeint ist? Schließlich gelang das Kunststück schon einmal einem US-Fernsehteam. 1998 interviewten Journalisten des Senders ABC den Terrorpaten in seiner Höhle im Bergland von Afghanistan. Seit den Anschlägen in New York und Washington vom 11. September 2001, die dem Terrornetzwerk von Bin Laden zur Last gelegt werden, herrschte aber Funkstille.

(red)

6.12.2007 17:20