Donnerstag, 6. Dezember 2007

Fünf Buben in Deutschland erstickt worden:
Psychisch kranke Mutter gesteht die Morde

  • Familie zuvor schon von Behörden betreut worden
  • "Kein Hinweis auf Eigengefährdung oder Gefährdung"

Nach der Tötung ihrer fünf Kinder hat die 31-jährige Mutter einem Psychiater die Tat gestanden. Sie habe ihre Aufnahme in der Klinik beantragt, erklärte die Mordkommission in Plön. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die Frau des fünffachen Mordes, den sie aber in einem schuldunfähigen Zustand begangen habe.

Die psychisch Kranke soll in eine geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen werden, weil sie eine Gefahr für die Allgemeinheit sei, erklärte Oberstaatsanwalt Uwe Wick. Nach ersten Obduktionserkenntnissen wurden die fünf Jungen im Alter von drei bis fünf Jahren erst mit Schlafmitteln betäubt und danach erstickt.

Die Polizei hatte in einem Einfamilienhaus in dem kleinen Ort Darry im Landkreis Plön die Leichen der Kinder gefunden. Der Familienvater war am Tag vor der Tat ausgezogen. Er hielt sich nach Angaben der Behörden aber auch zuvor nicht dauernd zu Hause auf. Über den Antrag der Staatsanwaltschaft auf dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie sollte ein Richter noch entscheiden. Die Frau habe zunächst nicht vernommen werden können und einen Pflichtverteidiger erhalten. Die beiden Väter der Kinder würden ebenso betreut wie die Mutter der Täterin, hieß es.

Tod durch Ersticken
Als vorläufiges Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchungen teilte die Staatsanwaltschaft Tod durch Ersticken mit. Zuvor sei den Jungen wohl ein Schlafmittel verabreicht worden. Allerdings müssten noch die toxikologischen Untersuchungen abgewartet werden, sagte Wick. Dies werde noch ein bis zwei Wochen dauern.

Mangelhafte Betreuung der Behörden?
Die Familie hatte offenbar schon länger Probleme und wurde seit einigen Monaten von Behörden in Plön betreut. Die Eltern hatten sich im April 2005 auf der Suche nach einer Wohnung erstmals an den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASG) des Jugendamtes gewendet, sagte der Landrat Volkram Gebel. Danach habe es erst wieder im August 2007 Kontakt gegeben, als sich der Vater an die Behörden wandte und von Eheproblemen und religiösen Fantasien seiner Frau berichtete.

Der ASG und der sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes führten in der Folge Gespräche mit der Frau und besuchten die Familie zu Hause. "Es hat Anzeichen für eine psychiatrische Erkrankung gegeben aber keine Hinweise auf Eigengefährdung oder Gefährdung der Kinder", sagte der Chef vom ASD Plön, Anselm Brößkamp. Der Familie wurde vom Amt zunächst eine Haushaltshilfe für 15 Stunden gewährt. Der Bericht des ambulanten Dienstes empfahl eine weitere Unterstützung der Familie, sah aber keine Hinweise auf akute Gefährdung des Wohles der Kinder.

Vor einigen Tagen scheint sich die Situation noch einmal zugespitzt zu haben: Am 28. November war der ambulante Dienst nach Angaben des Landrates zum letzten Mal im Haus. (apa/red)

6.12.2007 19:44