Montag, 3. Dezember 2007

Berlusconi führt "Volk der Freiheit" an: Italiens Ex-Regierungschef mit neuer Partei

  • Bewegung spaltete oppositionelle Mitte-Rechts-Allianz
  • Angeblich bereits 1,1 Millionen Parteimitglieder

Berlusconi appellierte an die Ex-Verbündeten der Mitte-Rechts-Opposition, seiner neuen Partei beizutreten. Er rief sie auf, sich ihm anzuschließen, um nicht in der politischen Isolation zu enden. Berlusconi wird dabei aber kaum Erfolg haben. Die rechte Alleanza Nazionale um Gianfranco Fini und die christdemokratische UDC lehnten den Vorschlag ab und arbeiten selber an der Gründung einer gemeinsamen Zentrumspartei. Auch die föderalistische Lega Nord will ihre politische Identität bewahren und dem "Volk der Freiheiten" nicht beitreten.

"Die neue Gruppierung wird allen moderaten und liberalen Wählern offen stehen, wie es heute schon die Europäische Volkspartei ist. Andere Verbände und Bewegungen können sich ihr frei anschließen", berichtete Berlusconi. Er will die Partei diese Woche vor einem Notar offiziell gründen. Danach sollen die Vorwahlen beginnen, um den Parteichef zu bestimmen. "Ich setze mich persönlich für dieses Projekt ein. Wenn die Wähler es wünschen, werde ich die neue Partei führen. Wir planen Vorwahlen mit klaren Regeln, die sich an dem amerikanischen Modell inspirieren", berichtete der Oppositionschef.

Rekord für Italien?
Laut Berlusconi traten zugleich 1,1 Millionen Menschen in die Partei ein, deren Gründung erst vor zwei Wochen bekanntgegeben wurde. Dies sei "ein Rekord für Italien". Nach der Entscheidung für einen Namen könne nun über ein Programm abgestimmt werden, fügte Berlusconi hinzu. In welcher Form über die Inhalte abgestimmt werden soll, sagte er nicht.

(apa/red)

3.12.2007 12:48