Dienstag, 4. Dezember 2007

Happy End in der Teddy-Affaire im Sudan:
Britische Lehrerin kehrt nach London zurück

  • Britische Oberhaus-Abgeordnete konnten vermittelten
  • 'Es war eine Qual, aber ich wurde gut behandelt'

Die in der sogenannten Teddy-Bär-Affäre im Sudan verurteilte britische Lehrerin ist nach ihrer Begnadigung wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Gillian Gibbons traf Montag früh kurz nach 08.00 Uhr (MEZ) auf dem Londoner Flughafen Heathrow ein.

Sie sei noch in einem "totalen Schockzustand", sagte Gibbons nach ihrer Ankunft vor Reportern. "Es war eine Qual, aber ich wurde im Gefängnis gut behandelt und alle waren nett zu mir." Sie freue sich nun, ihre Familie und Freunde zu sehen und sich "ordentlich zu erholen". Abgesehen von der Verhaftung habe sie im Sudan nur gute Erfahrungen gemacht.

Zum Hass auf den Islam aufgerufen
Die Verurteilung der Lehrerin, die es zugelassen hatte, dass ihre siebenjährigen Schüler einen im Unterricht verwendeten Teddy-Bär nach dem Propheten Mohammed benannten, hatte die diplomatischen Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Sudan belastet. Gibbons wurde der Anstiftung zum Hass auf den Islam für schuldig befunden und wurde am vergangenen Donnerstag zu 15 Tagen Haft verurteilt. Sie hätte auch mit 40 Peitschenhieben bestraft werden können.

Der sudanesische Präsident Omar al Bashir begnadigte sie am Montag, nachdem zwei britische Oberhaus-Abgeordnete muslimischen Glaubens zur Vermittlung nach Khartum gereist waren und sich mit ihm getroffen hatten. Gibbons bedaknte sich nach ihrer Ankunft speziell bei Lord Nazir Ahmed und Baroness Sayeeda Warsi für ihre Hilfe.

In einer vom Präsidentenpalast in Khartum herausgegeben Erklärung hatte es geheißen, Gibbons habe in einem Schreiben ihr Bedauern geäußert, falls sie mit ihrem Verhalten irgendjemandem Leid zugefügt haben sollte. "Ich habe großen Respekt für die islamische Religion und würde niemals jemanden wissentlich beleidigen", erklärte sie. (APA/red)

4.12.2007 12:27