Freitag, 7. Dezember 2007

Alkoholkranke Mutter in Wien misshandelt 8-jährige Tochter: Jugendamt verteidigt sich

  • Mädchen wurde mit Hammer auf Kopf geschlagen
  • Jugendamt sieht bei eigener Arbeit "keinen Fehler"

"Keinen Fehler" in der Arbeit des Jugendamts, sieht auch die Sprecherin der zuständigen Stelle, Daniela Attwood. In einem Interview mit der ORF-Sendung "Wien heute" verteidigte die Mitarbeiterin des Amts für Jugend und Familie (MA 11) die Vorgehensweise im jüngst bekanntgewordenen Fall, bei dem eine Achtjährigen aus dem Bezirk Favoriten schon seit längerem von ihrer alkoholkranken Mutter schwer misshandelt worden sein soll.

Der Fall sei dem Jugendamt seit 2001 bekannt, so der ORF. Es habe laufend Kontakte und Hausbesuche gegeben, verteidigte Attwood die Arbeit ihres Amts. Man habe sehr wohl gewusst, dass es Probleme gibt und mit der Mutter Ziele definiert. Diese sei bemüht gewesen den Auflagen Folge zu leisten. Um ein Kind den Eltern wegzunehmen brauche es eine akute Krisensituation oder dokumentierte Misshandlungen mit sichtbaren Spuren.

In den vergangenen sieben Jahre haben es diesbezüglich keine Meldung über eine Gefahr gegeben, die es ermöglicht hätte das Kind unterzubringen, so die Sprecherin. Die rasche Entscheidung des Gerichts kommentiere Attwood folgendermaßen: "Über die Obsorge zu entscheiden, sei grundsätzlich nicht die Aufgabe des Jugendamts."

Man mache auch unangemeldete Besuche, diese wären bei guter Zusammenarbeit allerdings ein Zeichen des Misstrauens, so Attwood. Sie verstehe das Bedürfnis einen Schuldigen zu finden. Es gebe allerdings auch - wie in diesem Fall - eine Familie, die sofort einspringe. Dieses Kind (die betroffene Achtjährige Anm.) habe es auch geschafft, sich aus eigener Kraft Hilfe zu suchen. (apa/red)

7.12.2007 19:51