Freitag, 7. Dezember 2007

ÖVP muss um ihre Hochburg Tirol bangen:
LH Van Staa zeigt sich im NEWS kämpferisch

  • ÖVP soll gesellschaftspolitisch großzügiger werden
  • Sein Wahlziel: Mindestens 10 Prozent vor SPÖ liegen

Nach Salzburg und der Steiermark bangt die Bundes-ÖVP 2008 mit Tirol um ihre dritte Hochburg. Fritz Dinkhauser, Tirols politisches "enfant terrible" und VP-Schreck, schmunzelt: Schon satte 14 Prozent der Älpler habe er "quasi aus dem Stand heraus" hinter sich, bescheinigen ihm jüngste Landesumfragen. Zudem: Aktuelle Avancen von Grünen-Chef Alexander Van der Bellen, mithilfe einer Dreierkoalition (SPÖ, Grüne und Dinkhauser) bei der Wahl 2008 VP-Boss Herwig van Staa zu stürzen, beflügeln ihn: "Ich will Landeshauptmann werden." Steht das "heilige ÖVP-Land" Tirol ernsthaft vor dem Umbruch?

Für ÖVP-Chef Landeshauptmann Herwig van Staa, der, geht es nach ihm, die Tiroler Landtagswahl am 5. Oktober 2008 schlagen will, eine doch neue Situation: "Die Gerüchte von einer derartigen politischen Ampel gibt es schon lang, ich habe sie vorher nicht für realistisch gehalten. Da sie aber jetzt Van der Bellen öffentlich sagte, nehme ich die Sache sehr ernst."

Dann brennt der ÖVP-Hut
Trotzdem gibt sich Van Staa äußerlich gelassen. Ja, es sei schon wahr, dass Fritz Dinkhausers Kandidatur Konsequenzen haben werde: "ÖVP und SPÖ dürften je fünf Prozent verlieren, aber ich habe schon viel schwierigere Situationen in meinem Leben gemeistert." Und nein, Dinkhauser sei ganz sicher kein ÖVP-U-Boot, um ihm am Ende des Tages doch den Landeshauptmann-Sessel zu retten: "Weil ich eine ganz breite Tiroler Regierung möchte. Am liebsten wär mir, Dinkhauser kandidierte nicht und würde seiner Verantwortung um die ÖVP gerecht."

Letzteres sorgt vor allem die Bundes-ÖVP: dass sie durch parteiinterne Wickel nach Salzburg und der Steiermark im Herbst 2008 auch Tirol verliert. Und wenn doch? Herwig van Staa: "Ja, dann würde der ÖVP-Hut brennen. Aber ich schließe es realpolitisch aus, dass die Position des Landeshauptmanns im nächsten Jahr gefährdet ist."

Im Übrigen, so van Staa über seine persönliche "Schmerzgrenze" bei der Wahl 2008: "Die ÖVP muss deutlich vor der SPÖ liegen, deutlich wären nicht ein oder fünf Prozent, sondern mindestens zehn Prozent." Von der Bundes-VP erwartet sich van Staa für die Tiroler Wahl durchaus Rückenwind, auch wenn die große Koalition in Wien derzeit Unmut auslöst: "Was mich stört, sind diese täglichen Reibereien." Die ÖVP selbst müsse noch viel deutlicher ihre "Werte" im Sozialen, als Familien- und Kinderpartei, darstellen, gesellschaftspolitisch "einfach großzügiger" werden und in der Bundesregierung ihre Positionen deutlicher schärfen.

Lesen Sie die komplette Story im aktuellen NEWS Nr. 49/07!

7.12.2007 13:27