Mittwoch, 5. Dezember 2007

Während Sauerstoffbehandlung geraucht: Altenheimbewohner steckt sich in Brand!

  • Pflegerin konnte ihm die Maske vom Gesicht reißen
  • Beide Verletzte in Krankenhaus Schwaz eingeliefert

Gefährlicher Zwischenfall im Altenwohnheim in Schwaz: Während einer Sauerstoffbehandlung hatte ein Heiminsasse versucht, sich eine Zigarette anzuzünden und daraufhin Feuer gefangen. Die Pflegedienstleiterin konnte dem Mann die brennende Sauerstoffmaske vom Gesicht reißen. Sie erlitt selbst eine Rauchgasvergiftung. Beide wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

Der Mann lag nach Angaben der Feuerwehr alleine in seinem Zimmer und wurde mit hoch brennbarem sogenanntem "medizinischen Sauerstoff" behandelt. Während die normale Atemluft 21 Prozent Sauerstoff und 78 Prozent Stickstoff enthält, ist medizinischer Sauerstoff zu 99,5 Prozent rein - sprich ohne weitere Gase. Dadurch ist er extrem leicht zu entzünden.

Innerhalb weniger Augenblicke brannten die Atemmaske, die Schläuche und das Gerät. Binnen kurzer Zeit fing auch die Bekleidung des Mannes Feuer. Dem Patienten sei durch die Brandmeldeanlage, die sofort angeschlagen habe, und dem raschen Einsatz der Pflegedienstleiterin das Leben gerettet worden, berichtete die Feuerwehr.

Die Feuerwehr stand mit vier Fahrzeugen und 23 Mann im Einsatz. Die beiden Verletzten wurden ins Krankenhaus Schwaz gebracht.

Rauchen verboten
Nach Erhebungen der Polizei war dem 76-Jährigen das Rauchen vom Pflegepersonal mehrfach untersagt worden. Der Heimbewohner habe wegen seines Gesundheitszustandes ständig mit Sauerstoff versorgt werden müssen. Der Verletzungsgrad sei "unbestimmt".

Die 48-jährige Pflegedienstleiterin habe geistesgegenwärtig das Feuer mit Decken ersticken können. Das überhitzte Sauerstoffgerät brachte sie in ein Badezimmer und konnte es dort kühlen.

(apa/red)

5.12.2007 11:27