Einsatz im Tschad: Für Heinz Fischer und Darabos notwendige humanitäre Aufgabe
- Bundespräsident: "Keine Gefährdung für Neutralität"
- Verteidigungsminister steht 100-prozentig zum Einsatz
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"Soldaten sind Feinde"
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Falsch informiert über den Einsatz im Tschad?

Der Einsatz des österreichischen Bundesheeres im Tschad sei eine notwendige humanitäre Aufgabe zum Schutz der Flüchtlinge, Frauen und Kinder und stelle keinerlei Gefährdung der Neutralität dar. Das betonten Bundespräsident Heinz Fischer und Verteidigungsminister Norbert Darabos im Waldviertel beim Besuch der internationalen Bundesheerübung "Pacemaker 07" am Truppenübungsplatz Allentsteig.
Österreich habe bisher schon erfolgreiche internationale Einsätze wie in Afghanistan, im Kosovo und auf den Golan-Höhen geleistet. In den vergangenen 30 Jahren sei dadurch die Neutralität nicht gefährdet gewesen - "und auch jetzt nicht", so Fischer. Er verwies auch auf die Beteiligung anderer bündnisfreier Staaten an der Aktion auf Ersuchen der Vereinten Nationen: "Wir gehen sicher in keinen Konflikt, in dem wir nichts verloren haben." Übungen wie "Pacemaker 07" würden dazu dienen, diese Aufgaben bestmöglich durchzuführen. Es gehe um die Minimierung aller Risiken für die Soldaten.
Darabos steht 100-prozentig zum Tschad-Einsatz
Darabos erklärte unter Hinweis auf den einstimmigen EU-Beschluss, zu 100 Prozent zum Tschad-Einsatz zu stehen. Von Drohungen könne man sich nicht beeinflussen lassen, die humanitäre Aktion sei notwendig. Das österreichische Bundesheer habe großen Anteil an internationalen Friedensmissionen. An die Adresse der Kritiker gewandt meinte der Minister, der Einsatz in Afghanistan sei gefährlicher gewesen. Und: "Neutral zu sein heißt nicht, die Augen vor humanitären Einsätzen zu verschließen."
Im tiefwinterlichen Gelände machten sich Fischer und Darabos ein Bild von der Übung, bei der 4.200 Soldaten aus Österreich wie auch aus Belgien, Deutschland, Serbien oder Frankreich am fiktiven Krisenherd Szenarien zur Friedensunterstützung probten. Geübt wurde die Hubschrauber-unterstützte Bergung von Verletzten nach einem Sprengstoffanschlag sowie die Beruhigung von Demonstranten.
Ein Jahr lang dauerte die Planung der Übung, die Einsatzkräfte wurden auch auf die Gefechtssprache Englisch vorbereitet. Schlechtes Wetter sei besser für verschärftes Training, erläuterte der Übungsleiter, Kommandant der 7. Jägerbrigade, Brigadier Günter Polajnar. Eingesetzt sind 1.000 Fahrzeuge, dazu Panzer und Hubschrauber. Zwischenfälle habe es bis auf einen Verkehrsunfall mit Leichtverletzten nicht gegeben, so Polajnar. Er betonte auch, dass die österreichische Bevölkerung sehr positiv mit dem Militär umgehe.
(apa/red)
