Beziehungsdrama in St. Gilgen: Mann tötet Ex-Freundin und begeht danach Selbstmord
- 52-jährige Frau wollte sich mit ihrem Ex aussprechen
- Sprengelarzt konnte nur noch den Tod feststellen

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In St. Gilgen am Wolfgangsee (Flachgau) hat ein Mord mit anschließendem Selbstmord stattgefunden. Ein 53-jähriger beschäftigungsloser Oberösterreicher aus Bad Ischl tötete in einer Mietwohnung eines Appartementhauses seine frühere Lebensgefährtin, die ihn vor einigen Monaten verlassen hatte. Der mutmaßliche Täter gab auf die 52-jährige Geschäftsfrau, eine gebürtige Ungarin, vier Schüsse aus einem Revolver ab. Danach setzte er mit einem Kopfschuss seinem eigenen Leben ein Ende.
"Die Frau suchte ihren ehemaligen Freund zu einem abschließenden, klärenden Gespräch auf. Ihr neuer Freund hat davon gewusst", erklärte am Dienstag Oberst Albert Struber, Chef des Landeskriminalamtes Salzburg. Als die Frau gegen 23.00 Uhr noch immer nicht zu Hause war, verständigte der 55-Jährige, mit dem sie im Bezirk Vöcklabruck zusammengewohnt hatte, die Polizei.
Eine Polizeistreife fand dann vor dem Wohnhaus in St. Gilgen den Wagen der 52-Jährigen. Die von innen verschlossene Wohnung wurde aber trotz mehrmaligen Läutens nicht geöffnet. Als die Beamten über den Balkon der angrenzenden Wohnung auf den Balkon der Mietwohnung gelangten, sahen sie durch die Glasscheibe zwei leblose Körper auf dem Boden liegen. Die Polizisten schlugen das Glas ein und öffneten die Balkontüre. Die Frau wies drei Einschüsse am Oberkörper und einen am Kopf auf, der Oberösterreicher hatte sich in den Kopf geschossen. Der alarmierte Sprengelarzt konnte aber nur mehr den Tod der beiden feststellen.
Was sich in der Wohnung genau abgespielt hat, gibt den Ermittlern noch Rätsel auf. Der mutmaßliche Täter "hinterließ keinen Abschiedsbrief, in der Wohnung selbst gab es keine Spuren eines Kampfes noch Hinweise auf ein Motiv", erläuterte Struber. Zeugen, welche die Schüsse oder einen vorausgehenden Streit gehört hätten, gibt es nicht, weil das Ferienhaus derzeit nahezu unbewohnt ist.
Täter besaß Waffe illegal
Die Waffe - ein Revolver der Marke "Taurus-Brasil", Kaliber 38 Spezial - dürfte der mutmaßliche Täter illegal besessen haben. "Er hatte keine waffenrechtlichen Dokumente", so Struber. Die Seriennummer war herausgeschliffen. Der Revolver wird nun auf mögliche andere Straftaten überprüft.
Der Bad Ischler hinterlässt zwei erwachsene Kinder aus einer früheren Beziehung. Die Angehörigen der Frau leben in Ungarn. Sie dürfte nach derzeitigem Ermittlungsstand einen Antiquitätenhandel und möglicherweise auch eine Pension betrieben haben. Die beiden lebten bis zur Trennung mindestens ein Jahr lang in der gemeinsamen Mietwohnung in St. Gilgen zusammen. Sie sollen sich komplett unauffällig verhalten haben.
Vor wenigen Monaten hat die Ungarin - sie besaß auch die österreichische Staatsbürgerschaft - den 53-Jährigen verlassen und ist zu ihrem neuen Freund in den Bezirk Vöcklabruck gezogen. Einige Kleidungsstücke hat sie aber in der Wohnung in St. Gilgen zurückgelassen.
(APA/red)
