"Risikogruppe": Österreichs Schüler leiden in Mathe und toppen in Naturwissenschaften
aber bei Naturwissenschaften
- 20 % der europäischen Schüler in Lese-Risikogruppe
- 4 % in Lesen, Mathe UND Naturwissenschaften top
Fast jeder dritte 15- bzw. 16-jährige Jugendliche ist ein "Risikoschüler". Das bedeutet, dass er bei der PISA-Studie in einem der drei getesteten Kompetenzbereiche Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften zu den besonders Leistungsschwachen gehört. Zehn Prozent der Schüler zeigten in allen drei Bereichen besonders geringe Leistungen, weitere acht Prozent in zwei der drei Domänen und zwölf Prozent in einem Kompetenzbereich.
Im Lesen ist gegenüber der letzten PISA-Studie der Anteil der "Risikoschüler" gewachsen: 2006 erreichten 21,5 Prozent der Schüler nur die unterste Leistungsstufe bei PISA bzw. nicht einmal diese ("Level 1" oder "Level Unter 1"). Das heißt, dass "gut jeder fünfte österreichische Schüler gegen Ende der Pflichtschulzeit nur unzureichend sinnerfassend lesen kann, so dass dadurch das private und gesellschaftliche Leben beeinträchtigt werden kann", heißt es im nationalen PISA-Bericht. Auch der Eintritt in den Arbeitsmarkt könne für diese Schüler schwierig sein. Bei der letzten PISA-Studie betrug dieser Anteil noch genau 20 Prozent.
20 % gehören zur Lese-Risikogruppe
Im OECD-Schnitt gehören 20 Prozent der Schüler zur Lese-Risikogruppe. Besonders klein ist diese in Südkorea und Finnland (sechs bzw. fünf Prozent). Auch Kanada, Irland, Australien und Estland kommen auf weniger als 15 Prozent. In der Schweiz und Slowenien ist die Risikogruppe etwas kleiner als in Österreich (16 Prozent), in Deutschland und Ungarn etwa gleich groß (20 bzw. 21 Prozent), in Tschechien (25 Prozent), Italien (26 Prozent) und der Slowakei (28 Prozent) sogar noch größer als in Österreich.
Österreich: Risiko "Mathe"
In Mathe gehören in Österreich 20 Prozent der Schüler zur "Risikogruppe" - sie haben "große Probleme, einfache mathematische Konzepte in lebensnahen Situationen anzuwenden". Im OECD-Schnitt beträgt die Risikogruppe 21 Prozent. Besonders wenige schlechte Mathe-Schüler haben Finnland (sechs Prozent), Südkorea (neun) und Kanada (elf). Von Österreichs Nachbarländern hat die Schweiz (14 Prozent) eine besonders geringe Risikogruppe, Italien (33 Prozent) eine besonders große, der Rest liegt im Bereich Österreichs.
Top in Naturwissenschaften
Am geringsten ist die Risikogruppe in Österreich bei den Naturwissenschaften: Dort zählen "nur" 16 Prozent dazu (OECD-Schnitt 19 Prozent) - sie haben "große Probleme, grundlegende Merkmale naturwissenschaftlicher Forschung zu erkennen oder naturwissenschaftliche Argumente von persönlichen Meinungen zu unterscheiden". Besonders wenige Naturwissenschafts-Risikoschüler gibt es in Finnland (vier Prozent). Italien und die Slowakei haben mehr Risikoschüler als Österreich (25 bzw. 20 Prozent), die Schweiz und Deutschland liegen fast gleichauf mit Österreich.
Umgekehrt gehören 21 Prozent der österreichischen Schüler in zumindest einem Kompetenzbereich zur Spitzengruppe: Vier Prozent erreichten in allen drei Domänen Spitzenleistungen, sechs Prozent in zwei von drei Bereichen und elf Prozent in zumindest einem. Beim Lesen zählen in Österreich neun Prozent zur Spitzengruppe (Südkorea: 22 Prozent, Finnland 17 Prozent, Deutschland: zehn Prozent), in der Mathematik 16 Prozent (Südkorea: 27 Prozent, Finnland: 24 Prozent, Deutschland: 15 Prozent) und in den Naturwissenschaften zehn Prozent (Finnland: 21 Prozent, Neuseeland: 18 Prozent, Deutschland zwölf Prozent). (APA/red)
