SkyEurope 2006/07 im Aufwind: Trotz Turnaround steht strenger Winter bevor
- Schwere Eigenkapitalsituation & kleine Cash-Reserven
- Abbau von 200 Beschäftigten '07 durch Schließungen

·Neuheit: Skydating mit Destination Wien
Neuer Tourismuschef plant innovatives Konzept
Die harten Sparmaßnahmen haben SkyEurope im vierten Quartal erstmalig ein positives Ergebnis gebracht. Die Billig-Airline kämpft aber weiter mit kräftigem Gegenwind in Form von niedrigen Cash-Reserven. Zusätzlich ist die aktuelle Eigenkapitaldecke hauchdünn. Mit Stichtag 30. September hat SkyEurope noch ein negatives Eigenkapital (nicht konsolidiert) von 2,7 Mio. Euro ausgewiesen. Aber es gebe einen "starken Aktionär", der bereit sei, das Unternehmen weiter zu unterstützen, sagte Holding-Vorstand Christian Mandl vor Journalisten in Wien.
Der Turnaround sei zwar geschafft, "aber es ist klar, dass wir nicht auf einem Berg von Cash sitzen", betonte der Gründer der Airline. Man müsse sich auf die Fakten konzentrieren, verwies Mandl auf die guten Zahlen des vierten Quartals. SkyEurope hat sowohl beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen als auch beim Betriebsergebnis positiv bilanziert. Der Verlust konnte gegenüber dem Vorjahr von rund 58 Mio. Euro auf 20 Mio. verringert werden.
Ambitionierter Blick Richtung 2008
Finanzvorstand Nick Manoudakis gibt sich jedenfalls optimistisch und sieht keinen Anlass, eine Liquiditätskrise auszurufen. "Wir glauben, wir kommen ohne Kapitalspritze über den Winter." Im Hinblick auf die angespannte Eigenkapitalsituation ist der Ausblick für 2008 der Fluglinie ambitioniert. Im nächsten Jahr will die Fluglinie das Ebitdar mehr als verdoppeln, und zwar auf über 20 Mio. Euro, die Einkünfte sollen um ein Viertel steigen - 2006/07 lagen die Umsätze bei 236,2 (2005/06: 185,4) Mio. Euro.
Heikel bleibt aber die derzeitige finanzielle Situation: Am Ende des Geschäftsjahres 2006/07 hat SkyEurope nur 11,6 Mio. Euro an Barmittel ausgewiesen. Rund 10 Mio. Euro sind im Oktober durch den Verkauf zweier nagelneuer Boeing 737-700 NG hinzugekommen. Brisant ist weiter die Lage am Ölmarkt. Die Fluglinie hat kein aktuelles Ölpreis-Hedging im Rücken, jede weitere Preisbewegung nach oben trifft SkyEurope ins Mark. Im Jahr 2007 hat die Airline bereits mehr als 21 Prozent höhere Treibstoffkosten zu verkraften gehabt.
Aber, so erklärte Jason Bitter, zuständig fürs operative Geschäft der Airline: "Wir sind bereits über die schlimmste Phase des Winters." Mit jedem Tag würden Einnahmen in die Kassen des Billigfliegers fließen. Zudem seien die Kosten niedriger als im Vorjahr, so Bitter. Die Reduzierung von fünf auf drei Basen Wien, Prag und Bratislava, und der Abbau von rund 200 Beschäftigten auf nun etwas mehr als 700 sei aber "dramatisch" gewesen, so der Airline-Chef.
Im Winter-Programm 2007/08 werden von SkyEurope 43 Strecken angeflogen, im Sommer hat die Billig-Airline 95 Strecken im Plan.
(apa/red)
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