Freitag, 28. Dezember 2007

Popularität der Zahn-Implantate nimmt zu:
Immer mehr Menschen wollen fixe "Dritte"

  • Dank fixer Implantate steigt die Lebensqualität enorm
  • Neueste Entwicklungen werden in Wien vorgestellt

"Die Dritten" werden fix installiert. Immer mehr Menschen entscheiden sich beim Zahnersatz für eine Stütze, die aus einem Implantat besteht. Die neuesten Entwicklungen wurden in der Wiener Hofburg bei der 4. Gemeinschaftstagung der zahn-implantologischen Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutiert. An dem Kongress nahmen rund 1.500 Zahnärzte teil.

"Wir haben 'Ästhetik in der Implantologie' zum Motto unserer diesjährigen Tagung gemacht - ein auf den ersten Blick einfaches Thema für einen Fachkongress und dennoch eine der komplexesten und schwierigsten Fragestellungen auf dem Gebiet der modernen Zahn-Implantologie", so der österreichische Experte Robert Haas, Präsident der Tagung, bei einer Pressekonferenz.

Implantatgestützter Zahnersatz
Wenn es um die dritten Zähne geht, entscheiden sich in Deutschland mittlerweile 3,6 Prozent der Frauen und 1,4 Prozent der Männer für implantatgestützten Zahnersatz. Ähnliche Prozentsätze können auch für Österreich und die Schweiz angenommen werden.

Zukunft der Zahnmedizin
Dabei steigt die Zahl der gesetzten Implantate laufend stark an. Jährliche Zuwachsraten um die 20 Prozent lassen schon heute absehen, dass gerade auf dem Gebiet der Zahn-Implantologie die Zukunft der Zahnmedizin liegt.

Einziger Wermutstropfen
Nach wie vor besteht eine deutliche Abhängigkeit vom Sozialstatus. Wie die im Dezember vergangenen Jahres 2006 veröffentlichte "Deutsche Mund-Gesundheitsstudie IV" aufzeigte, haben Menschen mit hohem sozialen Status zu 4,9 Prozent Zahn-Implantate, bei mittlerem Status sind es 3,4 Prozent und bei niedrigem Sozialstatus nur noch noch 1,9 Prozent. Ein Zusammenhang mit der Kostenproblematik drängt sich hier auf.

Finanzelle Belastung soll sinken
"Durch die ständige Weiterentwicklung der Herstellungstechnologien und der verwendeten Materialien ist es denkbar, dass daraus künftig bei gleich hoher Qualität der Restaurationen eine geringere finanzielle Belastung für die Patienten resultiert", sagte Manfred Wichmann, Pressereferent im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI).

Gesteigerte Lebensqualität
Wie verschiedenste wissenschaftliche Studien zeigen, führen Zahn-Implantate zu einem signifikanten Gewinn an Lebensqualität. "Kanadische Forscher von der McGill Universität in Montreal untersuchten, wie sich Implantate im Vergleich zu einer herausnehmbaren Prothese auf verschiedene Lebensbereiche auswirken. Das Resultat der Studie sprach für sich: Zwei Monate nach der Implantation fühlten sich die Patienten beim Essen, Sprechen und Gähnen, aber auch beim Küssen und beim Sex deutlich weniger beeinträchtigt als Patienten, die einen konventionellen Zahnersatz erhalten hatten", berichtete Günter Dhom, Präsident der DGI.

Höhere Qualität
Dass die Kau-Fähigkeit bzw. Kau-Qualität mit einem implantatgetragenen Zahnersatz weit über jener liegt, die mit einer üblichen Totalprothese erzielt werden kann, ist mittlerweile weitgehend unbestritten. Haas: "Aus medizinischer Sicht kann daher die Versorgung mit einer herkömmlichen Totalprothese heute nicht mehr guten ärztlichen Gewissens empfohlen werden!"
(apa/red)

28.12.2007 16:36