Fußball-Liveübertragung am Mobiltelefon: Handy-TV im Juni 2008 nimmt Formen an
- EU-Kommission will einheitlichen Standard ab Februar
- Meisten EU-Länder, z.B. Österreich, setzen auf DVB-H

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Der geplante Start von Handy-TV zur Fußball-Europameisterschaft im Juni 2008 ist wieder ein Stück näher gerückt: Die EU-Kommission will Ende Februar die Weichen für einen einheitlichen europäischen Standard für Handy-TV stellen.
Die Mitgliedstaaten haben sich darauf geeinig, dass DVB-H, die Technik die demnächst auch in Österreich verwendet wird, in die offizielle Liste der EU-Standards aufgenommen wird. 19 EU-Staaten setzten bei ihren Aktivitäten für mobiles Fernsehen auf DVB-H, dies sei "der beste Standard, den es gibt". Damit könnte die Fußball-Europameisterschaft ein "Anstoß für eine neue technologische Anwendung sein", sagte EU-Medienkommissarin Viviane Reding.
Fussballfans entscheiden Zukunft
"Millionen von Fußballfans werden entscheidend sein, dass das mobile Fernsehen in Europa den notwendigen Anschub bekommt", so Reding. DVB-H werde Ende Februar in die EU-Normenliste eingehen, alle Mitgliedsstaten bei ihren Regelungen unterstützen. Der Standard werde zwar nicht verpflichtend, es gebe aber "einen unumkehrbaren Trend in diese Richtung", sagte Reding.
EU will mobilen Löwenanteil
Nun gehe es darum, die noch bestehenden Hürden beim europaweiten Einsatz auszuräumen und der Industrie "Rechtssicherheit" zu geben. Der Markt könnte bis 2011 auf 20 Mrd. Euro anwachsen und 500 Millionen Kunden erreichen, sagte Reding, "und wir möchten, dass die europäische Industrie den Löwenanteil dieses interessanten Marktes an sich ziehen kann".
GB und Deutschland stellen sich quer
Laut EU-Kommission sträubten sich vor allem Großbritannien und Deutschland gegen den Standard, weil sie bisher eine andere Technik - einen in Südkorea verbreiteten Standard - favorisiert haben. Die Niederlande wiederum lehnten eine Einmischung der EU bei der Standard-Setzung generell ab. Reding rief in Richtung Großbritannien "auch jene Länder, die sich nicht für die Europameisterschaft qualifiziert haben" den Widerstand aufzugeben: "Seien sie sportlich, machen sie mit", sagte sie.
In Österreich wurde im Sommer die gesetzliche Grundlage für DVB-H gelegt. Die Ausschreibungsfrist für die Sendeplattform Mux D läuft noch bis zum 14. Dezember. Den Unternehmen sei nun eine Nachfrist bis Silvester gesetzt worden, um die Unterlagen nachzureichen. Ansonsten sei die Grundlage für ein Pilotprojekt mit dem Konsortium entfallen.
(apa/red)
