Von der Puppenkiste in die Konsolenwelt:
Spielwarenhändler unter "virtuellem" Druck
- Warum die Spielzeugumsätze seit Jahren stagnieren
- FORMAT: Videospiele am Vormarsch in Kinderzimmer

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Während die Spielzeugumsätze in Österreich mit Klassikern wie Puppen, Gesellschaftsspielen oder Modelleisenbahnen seit sechs Jahren bei 250 Millionen Euro stagnieren, boomt der Handel mit der elektronischen Konkurrenzware. Wurden vor sechs Jahren erst 32 Euro je Haushalt dafür ausgegeben, waren es im vergangenen Jahr bereits 48 Euro.
Für die Spielwarenhändler hat die Freude darüber aber einen bitteren Beigeschmack. Denn die Jugendlichen (und ihre Eltern) kaufen Konsolen und Co nicht nur bei ihnen, sondern immer häufiger in Elektronikmärkten wie Media Markt oder Saturn.
Auch unter anderen Entwicklungen im Spielverhalten haben spezialisierte Handelsketten wie Toys'R'Us, Vedes oder Interspiel zu leiden. "Spielsachen" für Erwachsene wie Handy oder iPod wecken immer früher das Interesse des Nachwuchses. Puppenhersteller sehen somit ziemlich bald ziemlich alt aus, wie auch Davor Gubic, österreichischer Generalimporteur von Zapf Creation, konstatiert. Denn mit Beginn der Volksschule befindet sich der Nachwuchs schon jenseits der Puppenschwelle.
Die nächsten Wochen sind für die Spielzeugindustrie entscheidend: Schließlich steht das Weihnachtsfest an, in dessen Vorfeld der Spielzeughandel 50 Prozent seines Jahresumsatzes erwirtschaftet. Allein für Dezember prognostiziert RegioPlan zusätzlich 80 Millionen Euro Umsatz für die Händler (verglichen mit einem Durchschnittsmonat, ergibt das ein Plus von 175 Prozent).
Für Händler und Hersteller ist die Konzentration auf wenige Wochen im Jahr aber ein echtes Problem. Weil viel Ware aus Fernost importiert wird, lässt sich ein Spielzeugauto oder eine Kinderpuppe kaum noch nachordern. Zapf erhält die letzte Lieferung des Jahres aus den chinesischen Fabriken zum Beispiel Ende November.
Im Austria Center zeigten die Spielehersteller jetzt, wie sie auf den Trend, der in der Branche als "the children get older earlier" bezeichnet wird, auch abseits des Weihnachtsgeschäftes reagieren wollen.
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