Österreicher halten nichts von PISA-Studie:
Wahres Leistungspotenzial nicht gemessen
- Kreativität in österreichischer Bildung unterdrückt
- Laut Humaninstitut ein klares Ja zur Gesamtschule

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Wo waren Stärken, wo bestand Nachholbedarf
Trotz großer medialer Aufmerksamkeit und reger Diskussionen halten die Österreicher offensichtlich nicht allzu viel von den mit Hilfe der PISA-Studie gewonnenen Erkenntnissen über das Bildungsniveau der Kinder. Laut einer Umfrage des Klagenfurter Humaninstituts wurde die Frage, ob "die PISA-Ergebnisse die wahren Leistungspotenziale unserer Kinder und Jugendlichen widerspiegeln", von lediglich 17 Prozent der Befragten bejaht. 63 Prozent antworteten mit Nein, 20 Prozent wussten darauf keine Antwort.
In der zwischen 22. und 29. November österreichweit bei 830 Personen durchgeführten Umfrage wurde auch die Meinung zur Gesamtschule erhoben. Demnach ist eine solche für 48 Prozent "der Weg zu einem international wettbewerbsfähigen Bildungswesen". Gegenteiliger Meinung sind laut Studie 29 Prozent, 23 Prozent wollten sich diesbezüglich nicht äußern.
Der Chef des Humaninstituts, Franz Witzeling, beklagte, dass die Kreativität der Kinder im österreichischen Bildungsmodell weitgehend unterdrückt werde. Es gebe nach wie vor eine Leistungserwartung "in Richtung einer Mischung aus Kreuzworträtsel und Millionenshow". Die jetzige junge Generation habe sich aber durch das Internet "weg von der Wissensproduktion in Richtung intuitives Assoziieren von vernetzten Inhalten" weiterentwickelt, meint der Soziologe.(APA/red)
