Freitag, 18. April 2008

Emotionen und Erfolg: Warum Fachwissen allein eine Firma nicht erfolgreich macht

  • Menschen funktionieren nicht nur 'logisch' & 'sachlich'
  • FORMAT-Serie, Teil 2, über die Macht der Emotionen

Zwei Drittel aller Unternehmen scheitern, weil die Menschen nicht miteinander klarkommen, stellt Noam Wasserman von der Harvard Business School fest. Es mangelt nicht an guten Produktideen. Es liegt nicht an falschen Geschäftsplänen. Den Ausschlag geben nicht finanzielle Ressourcen. Entscheidend sind "humane Faktoren".

Menschen fühlen sich nicht genug anerkannt, unter Druck gesetzt, desavouiert, überfordert. Sie über- oder unterschätzen ihre Fähigkeiten. Sie führen sich selbst hinters Licht, locken sich in Fallen, erreichen nicht, was sie sich vornehmen und was doch so einfach sein soll. Sie sind zu schüchtern oder zu aggressiv. Sie mögen viel oder wenig reden und geben, oft selbst nicht verstehen, was sie erwarten, worum es ihnen wirklich geht. Sie verstehen nicht, welchen Einfluss Gefühle haben, auf sich selbst und andere, und wie sie Motive und Verhalten bestimmen - mehr jedenfalls als der reine Verstand.

"Emotionen managen"
Manager, die sich als Macher definieren, tun sich damit besonders schwer. Was sollen sie davon halten, dass ihnen nun schon Wirtschaftswissenschaftler wie etwa Max Bazerman, ebenfalls Professor an der Harvard Business School, empfehlen, sie sollten lernen, wie sie "Emotionen managen" können?

Kluges Denken erfordert Emotion
Neurowissenschaftler liefern dafür gute Gründe. Sie können mit diversen Verfahren nämlich beweisen: Menschen denken nicht allein mit dem Verstand. Kluges Denken ist eine hoch emotionale Angelegenheit. Klingt verrückt - oder doch nicht?

Tatsächlich ist es so: Menschliche Beziehungen verstehen wir nur und Entscheidungen, die für uns Bedeutung haben, können wir nur treffen, wenn ein Informationsaustausch zwischen Ratio-Hirn und Emotions-Hirn stattfindet. Unterdrücken wir diesen Austausch, entgehen uns wesentliche Informationen. Es kommt darauf an, keines der beiden Systeme zu vernachlässigen. Auf diesen Irrweg begeben sich nämlich sowohl Verstandesbornierte als auch Gefühlsduselige.

Ohne Herz funktioniert kein Unternehmen
So bedauerlich Verstandesgläubige es finden mögen - ohne Herz und ohne Gefühl funktioniert ein Miteinander nicht, also auch kein Unternehmen. Das gilt im wahrsten Sinne des Wortes. Das Herz, so konnte der amerikanische Forscher Rollin McCarty nämlich nachweisen, reagiert auf emotionale Reize schneller als das Hirn. Ärger, Frust und Angst führen unmittelbar zu Unregelmäßigkeiten im Herzrhythmus. Positive Gefühle, ausgelöst durch Zuwendung, Verständnis und Anerkennung, bewirken dagegen einen regelmäßigeren Rhythmus. Sie beruhigen, reduzieren Angst, vermindern den Kortisolgehalt im Körper, der - wenn er zu hoch ist - Körper und Hirn angreift, und verbessern die hormonelle Balance. Sie erhöhen unsere Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, Informationen wahrzunehmen und zu verarbeiten. Und sie steigern die Leistung des Gedächtnisses und damit unsere Entscheidungsfähigkeit.

Die ganze Story lesen Sie im FORMAT 48/07!

18.4.2008 12:52