Donnerstag, 29. November 2007

Erstrahlt die Asfinag bald in neuem Glanz? Strukturreform bei Bau, Betrieb und Maut

  • Grund: Schuldenlast der Staatsholding steigt an
  • Co-Vorstand will ohne Homosexualität reformieren

Die Asfinag errichtet eine neue "Baustelle": Nachdem vor einem Monat ein neuer Vorstand eingesetzt wurde, wird die staatliche Autobahnfinanzierungsgesellschaft nun selbst umgebaut. Erste Ergebnisse soll es 2008 geben. In drei Jahren soll dann die neue Struktur stehen. Sie wird auf den drei Säulen "Bau, "Betrieb" und "Maut" ruhen. Derzeit gibt es sechs Bau- und fünf Betriebsgesellschaften.

"Wir wollen nicht alles fünfmal erfinden", sagte der neue Asfinag- Vorstand Alois Schedl. Er erhofft sich dadurch auch Einsparungen im Personalbereich, wobei keine Mitarbeiter abgebaut werden. Vielmehr sollen sie neue Aufgaben bekommen - vor allem in Bereichen, die derzeit ausgelagert sind. Derzeit hat die Asfinag rund 1.600 Mitarbeiter, dazu kommen noch 1.000 Beschäftige der Bundesländer. Konkrete Pläne wurden nicht genannt.

Ab 2020 Rückgang der Verbindlichkeiten
Fix ist hingegen die steigende Schuldenlast der Staatsholding. Sie soll zum Ende der Vertragslaufzeit der beiden neuen Vorstände im Jahr 2012 bei 14,7 Milliarden Euro liegen - ein Plus von gut vier Milliarden Euro zum heutigen Stand. Ab dem Jahr 2020 erhofft sich das Management dann einen Rückgang der Verbindlichkeiten.

Schuldentilgung ohne Homosexualität
Die Schulden samt Zinsen müssen alle Österreicher bezahlen, ein Vorstoß zur Tilgung durch höhere Einnahmen bei Auto- und Lkw-Fahrern ist nicht geplant. Neo-Co-Vorstand Klaus Schierhackl ließ hingegen mit dem Satz aufhorchen: "Ich kann mir vieles vorstellen, außer Homosexualität."

Die Asfinag will im Zeitraum 2008 bis 2013 insgesamt 7,8 Mrd. Euro investieren. Für 2008 beträgt der Investitionsrahmen 1,2 Mrd. Euro. Als Mauterlöse sind 1,6 Mrd. Euro veranschlagt, die laufenden Kosten belaufen sich im Jahr 2008 auf knapp über eine Milliarde Euro. (APA/red)

29.11.2007 15:48