Donnerstag, 6. Dezember 2007

Weltwirtschaft schwächelt zusehends: Ausgangspunkt ist Immobilienkrise in USA

  • Besonders Industrieländer leiden unter Dämpfung
  • Mehr Risikoprämien auf internationalem Finanzmarkt

Das österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut geht für 2008 von einer Abschwächung der Weltwirtschaft aus. Wie das Institut mitteilte, dürfte sich das Wachstum der weltweiten Produktion von real gut fünf Prozent 2007 auf 4,75 Prozent 2008 abschwächen. Für den Euro-Raum erwartet das Wifo heuer noch ein BIP-Wachstum von 2,7 Prozent, 2008 dann eine Abschwächung auf 1,9 Prozent.

Den Ausgangspunkt der Dämpfung bilden die Immobilienkrise in den USA und die darauf folgenden Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten. In den asiatischen Schwellenländern, besonders in China und Indien, bleibt das Wirtschaftswachstum auf hohem Niveau. Der Euro-Raum leidet unter der Schwäche der Binnennachfrage und der markanten Aufwertung seiner Währung.

Industrieländer mit Wirtschaftsdämpfer
Die Weltwirtschaft befindet sich heuer im fünften Jahr lebhafter Expansion. In den asiatischen Schwellenländern hat sich die Dynamik im Verlauf des Jahres sogar noch beschleunigt. Hingegen geht von den Industrieländern ein dämpfender Impuls auf das Wachstum der Weltwirtschaft aus. Dieser dürfte sich im kommenden Jahr noch verstärken.

Die Risken für die Konjunktur haben sich in erster Linie aufgrund der Zuspitzung der Immobilienkrise in den USA erhöht, schreibt das Wifo. Seit dem Frühjahr 2007 sinken die Immobilienpreise, die Wohnbauinvestitionen liegen um etwa ein Viertel unter ihrem Höchstwert von Ende 2005, jüngste Daten weisen auf eine weitere Verschärfung des Einbruchs hin. Diese Entwicklungen belasteten im Sommer den Märkten für hypothekarisch besicherte Wertpapiere zusätzlich, brachten eine Reihe von Banken in Finanzierungsschwierigkeiten und verursachten eine generelle Liquiditätsknappheit. In der Folge stiegen die Risikoprämien auf den internationalen Finanzmärkten.

(APA/red)

6.12.2007 08:42