3.12.2007 11:56

Todesgruppe mit Italien, Frankreich und Holland: Ein Favorit bleibt auf der Strecke

  • Die starken Rumänen komplettieren den Pool C
  • Dauerbrenner: Das Duell Italien gegen Frankreich

Weltmeister Italien, "Vize" Frankreich, die Niederlande und die unberechenbare Mannschaft aus Rumänien - auch die EURO 2008 hat ihre "Horrorgruppe". Zumindest ein ehemaliger Europameister wird sich im Vierkampf um zwei Aufstiegsplätze in Gruppe C schon nach der Vorrunde aus dem EM-Titelrennen verabschieden können. Italien und Frankreich bzw. Rumänien und die Niederlande sind alte Bekannte, trafen diese beiden Paare doch bereits in der Qualifikation für die Endrunde in Österreich und der Schweiz aufeinander.

Mit dem zweifachen Champion Frankreich (1984, 2000) sowie den jeweils einmal erfolgreichen Niederländern (1988) und Italienern (1968) starten drei Mitfavoriten auf den Titel in einer Gruppe. Die vier Auswahlen dürfen in Summe auf nicht weniger als 26 Endrunden-Teilnahmen zurückblicken. Die "Oranjes" standen achtmal im Starterfeld, die "Azzurri" und die "Bleus" je siebenmal. Auch der Karpatenstaat fuhr bereits viermal zu einem europäischen Kontinentalturnier.

"Wir wissen, was uns erwartet"
"Nennen sie diese Gruppe, wie sie wollen - ich beabsichtige, über eine Todesgruppe zu sprechen", meinte Bondscoach Marco van Basten in einer ersten Reaktion. "Wir beginnen gegen Italien, ehe wir auf Frankreich treffen. Wir wissen, was uns erwartet." Ihr Trainingslager wollen die Niederländer in der Nähe von Lausanne aufschlagen. Ein geplantes Freundschaftsspiel gegen den Weltmeister im Februar soll nun aber abgesagt werden. Italien-Coach Roberto Donadoni hatte bereits eine Vorahnung: "Wir hatten keine leichte Quali-Gruppe und waren auch hier nicht vom Glück begünstigt. Ich hatte so ein Gefühl im Bauch, dass es so laufen wird".

Als "Dauerbrenner" auf der internationalen Bühne hat sich inzwischen bereits das Duell Italiens mit Frankreich entwickelt. Neben dem WM-Finale in Berlin (1:1, 5:3 n.E.) trafen die beiden Großmächte auch in der Quali für die EURO 08 aufeinander. Einem 3:1 der "Bleus" in Paris folgte ein 0:0 im Mailänder San-Siro-Stadion. Auch die Rumänen und die "Oranjes" standen bereits in der EM-Quali in einem Pool, der Außenseiter aus Osteuropa behielt mit einem 1:0-Heimsieg sowie einem 0:0 in Rotterdam die Überhand.

Domenech auf Italien nicht gut zu sprechen
Der in Italien nicht gerade beliebte Raymond Domenech zeigte sich wenig erfreut über ein neuerliches Aufeinandertreffen mit dem Nachbarn. "Ich bin sicher nicht glücklicher als die anderen Trainer. Man kann nicht jubeln, wenn man in einer solchen Gruppe ist", meinte Frankreichs Teamchef, der die Pressekonferenz nach der Auslosung wegen einer seiner Meinung nach "zu dummen" Frage eines italienischen Journalisten vorzeitig verließ. Dieser hatte ihn zu seinem Disput mit Verteidiger Materazzi befragt. "Die Italiener wollen mich provozieren", erklärte Domenech wütend.

Aufseiten von Außenseiter Rumänien bewahrte Coach Victor Piturca Fassung. "Es ist die schwierigste, aber auch die schönste Gruppe. Rumänien hat bereits gegen sehr starke Gegner gezeigt, dass man sie besiegen kann. Ich bin überzeugt, dass es (der Aufstieg, Anm.) machbar ist." Als "Underdog" können die Rumänen jedenfalls ohne Druck in dass Turnier gehen.

Die Niederländer werden alle Spiele in Bern austragen, die übrigen drei Teams werden je zweimal in Zürich zu sehen sein. Der Auftakt erfolgt am 9. Juni zwischen Rumänien und Frankreich (Zürich), mit Niederlande gegen Italien geht am selben Tag auch der erste Schlager der Endrunde über die Bühne. Die Neuauflage des WM-Finales zwischen Italien und Frankreich, dem dritten Gruppenspiel für beide Teams, steht am 17. Juni in Zürich auf dem Spielplan.

(apa/red)

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3.12.2007 11:56
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