Risikoeinschätzung ohne England gleich: Aufmerksamkeit bleibt dennoch genauso groß
- Fans aus anderen Stadien können Probleme machen
- Regelung zur präventiven Festnahme soll kommen

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Die Risikoeinschätzung für die EURO 2008 hat sich durch Englands Scheitern in der Qualifikation für die Sicherheitskräfte nicht verändert. Das sagte Innenminister Günther Platter am Rande eines Informationsabends im Wiener Zigarrenclub zur APA. "Unsere Aufmerksamkeit bleibt genauso groß."
Es gäbe die Beurteilung, dass nicht die englischen Fans das große Problemfeld seien, meinte der Innenminister. Auch Fußballanhänger aus anderen Staaten werden von den Sicherheitskräften als durchaus risikoträchtig eingeschätzt. "Ohne Namen zu nennen", ergänzte Platter.
Entscheidende Bedeutung kommt für den Innenminister der Auslosung für die Gruppenphase am Sonntag in Luzern (12:00 Uhr) zu. "Dann wissen wir, wer wo wann gegen wen spielt", sagte Platter. Der weitere Fahrplan: Am 13. und 14. Dezember gibt es in der Schweiz eine Konferenz der Anrainer-, Transit- und Teilnehmerstaaten. Dabei soll unter anderem die enge Kooperation zwischen den Ländern fixiert werden und auch eine genaue Einschätzung der Teilnehmerstaaten über ihre jeweiligen Fans übermittelt werden.
Im Frühjahr folgt in Wien ein weiteres Treffen, bei dem die letzten Informationen und neue Entwicklungen ausgetauscht werden. Platter: "Damit werden wir unser Sicherheitskonzept dann punktgenau umsetzen können."
Die Eckpunkte dieses Konzepts stehen freilich schon seit längerem fest: So werden szenekundige Beamte aus den Teilnehmerländern ihre jeweiligen Fans begleiten. Aus Deutschland werden "einige hundert Beamte" (Platter) mit voller Einschreitungsbefugnis in Österreich Dienst versehen. Für die Public Viewing-Bereiche sollen ähnliche Sicherheitskriterien wie in den Stadien zum Tragen kommen. Das betrifft die Einzäunung der jeweiligen Areale, Zutrittskontrollen oder Platzordnungen, die der Exekutive die Möglichkeit zum Einschreiten geben.
Außerdem soll demnächst die Regelung zur präventiven Festnahme beschlossen werden. Platter: "Das wird im Rahmen der Meldeauflage möglich sein." Amtsbekannte einheimische Hooligans werden Informationen bekommen, dass sie sich zu bestimmten Zeitpunkten bei Polizeiinspektionen zu melden haben. Tun sie dies nicht, haben die Einsatzkräfte die rechtliche Handhabe, sie vorbeugend aus dem Verkehr zu ziehen.
(apa/red)
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