EURO verschreckt "klassische" Urlauber:
WKÖ sieht Verdrängungseffekte durch Spiele
- Touristen-Rückgang aus Nicht-EU-Staaten erwartet
- Fußball und Kongresse sind einfach nicht kompatibel

·Touristen: Wiener sind freundlich & nett
WKÖ Wien-Umfrage im Vorfeld der Fußball-EM 08
Fußball-Fans freuen sich schon auf die Fußball-EM 2008 im Juni. Eine Million zusätzlicher Nächtigungen soll das Mega-Event Österreichs Tourismus bescheren. "Klassische" Touristen-Gruppen könnten hingegen in dem Zeitraum ihre Reiserouten um Österreich herumführen. Viele fürchten überteuerte oder ausgebuchte Hotels. Als Werbeeffekt ist das Großereignis für die Alpenrepublik ein Gewinn.
Für den Tourismus sollen allein im Juni 2008 knapp 200 Mio. Euro an zusätzlicher Wertschöpfung abfallen. Die Bilder von lärmenden Fans auf der Wiener Ringstraße könnten aber ins Gewicht fallen. Mit der Erfahrung der deutschen Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im Gepäck prognostiziert Gerd Gfrerer, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters zur Mehrwertrückerstattung, Global Refund, einen Rückgang bei Urlaubern in den Wochen, in denen die Fußball-Turniere stattfinden werden.
Massive Einbußen für Wien und Innsbruck
Auch für den Kongress-Tourismus ist im Juni 2008 nichts zu holen. "Fußball und Kongresse sind nicht kompatibel", erklärt der Chef des Wien-Tourismus, Norbert Kettner. "Wien und Innsbruck werden durch die EURO 2008 massive Einbußen hinnehmen müssen", zeigt sich auch der Präsident des Austrian Convention Bureau (ACB), Rudolf Kadanka, überzeugt.
Verdrängungseffekt
Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) rechnet zwar mit "Verdrängungseffekten", nicht aber mit einem generellen Fernbleiben von Österreich-Urlaubern durch die EM. Es werde auf andere Monate ausgewichen werden, so ein Sprecher zur APA. Der Finanzdienstleister hingegen schätzt die Höhe der eigenen Umsatzeinbrüche während der EURO 2008 mit 30 bis 40 Prozent ein. Das Unternehmen, das in 37 Ländern weltweit tätig ist, macht mit Tax-Free-Einkäufen von Touristen aus Nicht-EU-Ländern seine Umsätze. Steigende Handelsumsätze sieht auch der Obmann der Bundessparte Tourismus in der WKÖ, Hans Schenner, nicht.
Verteuerte und ausgebuchte Hotels
Vor allem Reisegruppen aus China, Japan, Taiwan und Korea würden in der Zeit ausbleiben, so Gfrerer. Aber auch Individualtouristen könnten sich durch verteuerte oder ausgebuchte Hotelzimmer abschrecken lassen. Für Gäste aus Russland oder der Ukraine sei Österreich im Frühsommer generell nicht von großem Interesse. Sie bevorzugen die Wintermonate. Ähnliches gelte für chinesische und japanische Touristen. (apa/red)










