Englands Teamchef sollte Engländer sein:
UEFA-Präsident ist gegen eine Legionärsflut
- Platini kritisiert den hohen Legionärsanteil in England
- Ex-Teamchef Taylor glaubt nicht an eine Besserung

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UEFA-Präsident Michel Platini hat sich dafür ausgesprochen, dass ein Engländer das vakante Amt des Teamchefs im Mutterland des Fußballs übernehmen soll. In der Debatte um die Zukunft des englischen Fußballs forderte der Chef des Europäischen Fußball-Verbandes gegenüber britischen Tageszeitungen außerdem, dass die Premier-League-Clubs vermehrt auf englische Talente zurückgreifen sollen. "England ist eine so starke Fußball-Nation, es ist euer Nationalteam und ein englischer Trainer ist die beste Wahl", meinte der Franzose.
England habe viele gute Spieler, die Clubs würden jedoch zu viele Ausländer einsetzten, was sich negativ auf das Nationalteam auswirke. "Es gibt 95 brasilianische, 94 französische Spieler in der Champions League, aber nur 45 Engländer", gab Platini zu bedenken, "ich mag euren Fußball, eure Fans und die Leidenschaft, aber ich finde die Situation, dass die Liga für ausländische Spieler zu offen ist, nicht gut", so der Franzose weiter.
Platini würde sich wünschen, dass Liverpool und Manchester United mit mehr Spielern aus der jeweiligen Region bestückt wären, als negatives Beispiel führte er Arsenal, das "keinen englischen Trainer, Spieler und möglicherweise bald keinen englischen Präsidenten habe", an. Seine Philosophie sei es, die Identität der Clubs und der Nationalteams zu schützen, so Platini weiter.
Machtlose UEFA
Die UEFA sei in dieser Diskussion aber machtlos, die Politik und die nationalen Verbände sollten strengere Regeln zur Beschränkung des Ausländeranteils vorantreiben. In der Diskussion um die Lage des Fußballs in England meldete sich der ehemalige Nationalcoach Graham Taylor kritisch zu Wort. "Ich glaube nicht, dass ich lange genug leben werde, um zu sehen, dass unser Land wieder auf höchstem internationalen Level spielen wird", betonte der 63-Jährige, der England von 1990 bis 1993 betreut hatte.
"Wir waren ein Mal Weltmeister, 1990 im WM- und zweimal im EM-Halbfinale. Wir haben in der jüngsten Vergangenheit nichts gewonnen, aber wir hassen es, das zuzugeben", meinte Taylor, "warum erwartet man, dass England eines der großen Turniere gewinnen könnte", fragte der Ex-Teamchef.
(apa/red)
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